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	<title>Stiehl/Over</title>
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	<description>Die bessere Idee schlägt alles.</description>
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		<title>Zeitgeist-Mädchen: BOY repräsentiert eine ganze Generation &#8230; Mädchen und Jungen!</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 10:14:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reinhard Stiehl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Agenturblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit der Veröffentlichung ihres ersten Albums „Mutual Friends“ haben sie sich vom Geheimtipp zum Senkrechtstarter entwickelt: das Damen-Duo Valeska Steiner und Sonja Glass, das sich – ausgerechnet – BOY nennt. Titelmusik zum Kinofilm „Kein Sex ist auch keine Lösung“, Auftritte in der N3-Talkshow, bei Ina’s Nacht und zuletzt bei der Eröffnung der Berliner Filmfestspiele katapultierten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Seit der Veröffentlichung ihres ersten Albums „<em>Mutual Friends</em>“ haben sie sich vom Geheimtipp zum Senkrechtstarter entwickelt: das Damen-Duo Valeska Steiner und Sonja Glass, das sich – ausgerechnet – BOY nennt. Titelmusik zum Kinofilm „<em>Kein Sex ist auch keine Lösung</em>“, Auftritte in der N3-Talkshow, bei Ina’s Nacht und zuletzt bei der Eröffnung der Berliner Filmfestspiele katapultierten BOY in wenigen Wochen ganz schnell nach ganz oben – 4 lange Jahre nach Gründung der Band.</h2>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/Sonja_Glass_und_Valeska_Steiner.jpg" alt="BOY 09.03.2012 MusikZentrum LC" />Sonja Glass (li.) und Valeska Steiner sind der Gegenentwurf zu den Sternschnuppen aus den Casting-Shows, die ebenso so schnell verglühen wie sie aufleuchten. BOY sind künstlerisch statt künstlich. Keine Superstars oder Supertalente aus der Retorte, sondern Singer/Songwriter aus dem richtigen Leben. Und das schon seit vielen Jahren.</p>
<p>Die eine, die jüngere, Valeska (25), Schweizerin aus Zürich, Sängerin seit frühester Jugend und schon als 18jährige mit dem Gitarristen und Mundartsänger Adrian Stern auf der Bühne; die andere, die ältere, Sonja (34), Hamburgerin, gelernte Cellistin, seit vielen Jahren gern gebuchte Studio- und Live-Musikerin, die u.a. schon bei Goldjunge, Tic Tac Toe und Rosenstolz die Bassgitarre zupfte.</p>
<p><iframe width="100%" height="400" src="http://www.youtube.com/embed/Vf2GamOm6Nk" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Kennengelernt haben sich die beiden 2005 an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater bei einem sechswöchigen Pop-Kurs. Beide waren auf der Suche – Valeska nach einem neuen Gitarristen, Sonja nach einer eigenen Band – und sie fanden in der jeweils anderen eine kongeniale Partnerin.</p>
<p>Seitdem machen sie gemeinsam Musik, nannten sich 2007 BOY, tüftelten unendlich lange an ihren ersten Songs, gaben kleine Konzerte und warteten auf einen Plattenvertrag. Der kam nach etlichen Absagen dann mit Produzent Philipp Steinke (Johannes Strate, Nils Frevert, Kim Frank) und mit Herbert Grönemeyer’s und Anton Corbijn’s Independent-Label Grönland, das BOY 2011 unter Vertrag nahm.</p>
<p>Grönland baute BOY von Anfang an als internationale Band auf. Dass Valeska Steiner die Songs in Englisch schreibt und ein nahezu akzentfreies, perfektes Englisch singt, kommt diesen Ambitionen mehr als zugute. BOY wird schon sehr bald weit über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt werden.</p>
<p><iframe width="100%" height="400" src="http://www.youtube.com/embed/zsyjS_vJfkw" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Ihre erste Single „<em>Little Numbers</em>“ ist eine ganz große Nummer. Schon jetzt ist ihre zweite Club-Tour fast ausverkauft und zahlreiche Zusatzkonzerte sind anberaumt. Danach wird man die Band wohl nur noch auf größeren Bühnen erleben. </p>
<h3>Oxytocin statt Testosteron</h3>
<p>Das Publikum von BOY besteht zum Großteil aus weiblichen Teenagern, nicht selten in Begleitung ihrer besten Freundin: der eigenen Mutter. Für sie sind Valeska Steiner und Sonja Glass verkörperte Vorbilder: echt und authentisch, lieb und romantisch. Sogar die Jungs aus der Band sind lieb und langhaarig, tragen Bärte und Mützen und halten sich im Hintergrund. Der moderne Typ „Junge“ eben – einfühlsam. Oxytocin statt Testosteron. Auf jeden Fall kein „<em>Boris</em>“.</p>
<p>„<em>Boris</em>“ ist nach eigenen Angaben der Autorinnen der wohl härteste Song-Text auf dem ganzen Album. Boris ist nämlich ein echter Macho und Chauvi, der sich selbst wohl für unwiderstehlich hält und Valeska auf die ganz blöde Tour angräbt: „<em>Oh what a cute dress, but right now it&#8217;s useless, I heard your boyfriend is out of town?</em>“ – Aber da wird Valeska dann richtig böse und schimpft ganz doll mit Boris: „<em>I said you should get out of town too!</em>“ </p>
<p>Das ist dann aber auch schon das schlimmste, was auf der ganzen Platte passiert. Ansonsten handeln alle Text vom Aufbruch, vom Heimweh, vom Ankommen und vom Warten &#8211; auf <em>seinen</em> Anruf oder auf das wahre Leben. Das tut nicht nur keinem weh – das tut richtig gut.</p>
<h3>Generation Biedermeier</h3>
<p>Und so erweist sich BOY als <em>die</em> Band der „<em>Generation Biedermeier</em>“, wie das Marktforschungsinstitut Rheingold die heute 14 bis 24jährigen in ihrer jüngsten <a href="http://www.rheingold-online.de/grafik/veroeffentlichungen/Pressemitteillung%20Jugendstudie_2010-09_rheingold.pdf">Jugend-Studie</a> bezeichnet: einerseits zielstrebig und angepasst, andererseits tief verunsichert und zerrissen durch die Krisen in ihren Familien und in der Gesellschaft; einerseits kontrolliert und kompetent, anderseits ängstlich und absturzgefährdet.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/Generation_Biedermeier.jpg" alt="Generation_Biedermeier" /></p>
<p>BOY trifft den Nerv dieser Generation – und den der folgenden Dekade, der beziehungsgestörten, bindungsunfähigen 24 bis 34jährigen, gleich mit. </p>
<p>Im Publikum rätselt zwar jede(r), ob Valeska Steiner und Sonja Glass vielleicht wirklich lesbisch sind, aber so genau will es dann eigentlich doch keiner wissen. Vielleicht haben sie sich ja auch einfach nur lieb. Auf die Frage einer Journalistin, was aus dem BOY wird, wenn er einmal erwachsen ist, antwortete Sonja, die 34jährige Komponistin und Gitarristin, grinsend: „Na, ein starker Kerl, er soll ja schließlich dereinst unsere Familien ernähren.“</p>
<p>BOY sind seit dem 18. Februar und noch bis zum 9. April auf einer intensiven <a href="http://www.listentoboy.com/index2.php" target="_blank">Club-Tour</a> durch Deutschland und die Schweiz. Es lohnt sich! Sofern man noch Karten kriegt &#8230;</p>
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		<title>Patrick Berg ist die Reinkarnation von Peter Lorre &#8211; und als Schauspieler eine Granate.</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 07:30:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reinhard Stiehl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Agenturblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Peter Lorre ist unauslöschlich mit seiner Rolle als glubschäugiger Kindermörder in dem 1931 entstandenen Fritz Lang-Film „M &#8211; eine Stadt sucht einen Mörder“ verbunden. Patrick Berg steht noch am Anfang seiner Karriere. Er ist Schauspieler am Theater Osnabrück. Es ist sein erstes festes Engagement. Er sieht Lorre zum Verwechseln ähnlich und bereits in seinen ersten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Peter Lorre ist unauslöschlich mit seiner Rolle als glubschäugiger Kindermörder in dem 1931 entstandenen Fritz Lang-Film „<em>M &#8211; eine Stadt sucht einen Mörder</em>“ verbunden. Patrick Berg steht noch am Anfang seiner Karriere. Er ist Schauspieler am Theater Osnabrück. Es ist sein erstes festes Engagement. Er sieht Lorre zum Verwechseln ähnlich und bereits in seinen ersten Rollen erweist er sich als Multi-Talent. Die Theaterkritikerin Christine Adam nennt ihn eine „komödiantische Granate“, aber Berg kann weit mehr als nur witzig sein.</h2>
<p>Patrick Berg wurde 1983 in Hamburg geboren, stammt aus einer Schauspielerfamilie, sprach bereits mit 15 das erste Mal an einer Schauspielschule vor, studierte an der Folkwang-Schule in Bochum (Abschlussklasse 2010) und hatte sein erstes Gast-Engagement am Theater Dortmund in dem Zweipersonenstück „<em>Sauerstoff</em>“ von Iwan Wyrypajew in der Inszenierung von Björn Gabriel.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/Patrick_Berg_Peter_Lorre.jpg" alt="" /><em>Die gleichen Glubschaugen: Patrick Berg (li.) und Peter Lorre</em></p>
<p>Patrick Berg hat Glubschaugen (<em>Morbus Basedow</em>) wie Peter Lorre, kaum noch Haare auf dem Kopf und ist der geborene Anti-Held. Vor allem aber hat er Humor! Und er steht am Beginn einer großen Karriere. Man sollte ihn sich ansehen, solange er noch in Osnabrück am Theater spielt (bevor ihn ein größeres, namhafteres Theater für sich entdeckt), zum Beispiel in dem Lustspiel „<em>Pension Schöller</em>“.</p>
<p>Die Rolle des verhinderten Schauspielers Eugen Rümpel in dem von Wilhelm Jacoby und Carl Lauf bereits 1890 uraufgeführten Stück ist Patrick Berg wie auf den Leib geschrieben. Wie Pontius Pilatus in Monty Python&#8217;s <em>„Das Leben des Brian“</em> ein „B“ nur wie ein „P“ aussprechen kann („Werft ihn zu Poden!“), kann Eugen Rümpel in „Pension Schöller“ kein „L“ aussprechen – und spricht stattdessen ein „N“. Fortan „deknamiert“ er diverse „Knassiker“ – von „Hamnet“ über „König Near“ bis „Nessing’s Nathan der Weise“ und zitiert aus „Wannenstein“ und „Othenno“. Das ist natürlich eine dankbare Rolle für jeden Schauspieler, kann er damit doch nicht nur ein Medley seines darstellerischen Könnens auf die Bühne bringen (10 Klassiker in 5 Minuten), sondern auch gleich noch den Beifall eines begeisterten Publikums für sich verbuchen. Patrick Berg spielt die Rolle mit Bravour. Da lacht sogar das Bildungsbürgertum!</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/Pension_Schöller_Szenenfoto.jpg" alt="" /><em>Patrick Berg (re.) als Eugen Rümpel in „Pension Schöller“ (Foto: Theater Osnabrück)</em></p>
<p>Die aktuelle Inszenierung im Osnabrücker Emma-Theater verlegt das Stück in ein Berlin der 80er Jahre. Die Bühne: ein „billiges Rattan-Gewand“ (Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung). Hier können sich die Schauspieler nun nach Lust und Laune austoben. Allerdings dauert es in Osnabrück bis zum 5. Auftritt im II. Akt, bis endlich so etwas wir Humor aufkommt: Der lautstarke Oliver Meskendahl, mittlerweile wohl bekanntester und „dienstältester“ Schauspieler des Osnabrücker Ensembles, zählt in der Rolle des überdrehten Bernhady sämtliche Stationen seines Lebens auf, lässt dabei kein Land der Erde aus &#8211; und wird dadurch immer lustiger. Hier erkennt man zum ersten Mal die „Handschrift“ der Gastregisseurin Christine Eder und die zentrale Frage ihrer Inszenierung: „Was ist wirklich komisch?“</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/Patrick_Berg_Christine_Eder.jpg" alt="" /><em>Was ist wirklich komisch? Schauspieler Patrick Berg und Regisseurin Christine Eder (Foto: Neue Osnabrücker Zeitung)</em></p>
<p>Aber dann, im 12. Auftritt des II. Akts, direkt vor der Pause, die furiose Darbietung von Patrick Berg als Eugen Rümpel. „Manche Sätze aus dem Stück sind grauenvoll“, sagt er, „man muss wahnsinnig viel dazuerfinden, damit die Komödie funktioniert und zündet.“ Aber Berg in der Rolle des Rümpel reißt die Zuschauer von den Sitzen und spielt nicht nur mit den „Knassikern“, sondern auch mit dem Publikum. Er macht sich lustig (nicht zuletzt über sich selbst) und vor allem: er ist wirklich komisch. Er zelebriert den Klamauk förmlich und spielt seine Kollegen mit Leichtigkeit an die Wand. Nach der Pause endet das Stück im erwarteten Chaos. Und Berg erhält verdientermaßen den größten Applaus.</p>
<p>Ich bin weiß Gott kein regelmäßiger Theatergänger, aber zum ersten Mal freue ich mich vor allem auf einen Schauspieler, wenn ich mir am 10. März „<em>Der Geizige</em>“ (von Peter Licht, frei nach Molière) ansehe: Patrick Berg in der Rolle des Cléante. Und nur wegen Berg gehe ich sogar in „<em>Minna von Barnhelm</em>“ in der Osnabrücker Inszenierung von Frank Abt &#8230; und versuche, dabei nicht an „Nessing“ zu denken.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/wenn_die_sonne_1.jpg" alt="" /><em>Patrick Berg als Ehemann in „Wenn die Sonne immer noch so schön scheint &#8230;“ (Foto: Theater Osnabrück)</em></p>
<p>Regisseur Abt war es auch, der zusammen mit dem Journalisten Dirk Schneider in seiner Dokumentation „<em>Wenn die Sonne immer noch so schön scheint &#8230;</em>“ zum 10. Jahrestag des 11. September den „Menschen, die sonst im Theater nicht zu Wort kommen“, durch Schauspielern eine Stimme verlieh – Schauspielern wie Patrick Berg, der einen vermeintlich „einfach gestrickten“ älteren Ehemann so nuanciert spielt, das man ihn nicht mehr vergisst. Er erinnert dabei sogar ein wenig an Dustin Hoffman als Willi Loman in Schlöndorffs „<em>Tod eines Handlungsreisenden</em>“ von Arthur Miller.</p>
<p>Die ganz großen Rollen sind ihm jedenfalls ohne weiteres schon jetzt zuzutrauen. Je vielschichtiger desto besser. „Ich möchte den Hamlet spielen, um mich anschließend ins Goldene Buch der Stadt einzutragen“, sagt Patrick Berg in einem Interview der Neuen Osnabrücker Zeitung &#8211; und grinst ironisch. Ob er dabei an „Hamnet“ denkt?</p>
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		<title>Die Erfindung einer Marke – TEN eG und SWL bündeln ihre gemeinsame Energie bei Stiehl/Over.</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 07:32:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stiehl/Over</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Teutoburger Energie Netzwerk eG (TEN) und die Stadtwerke Lengerich GmbH (SWL) hatten sich bereits im Mai letzten Jahres entschieden, die Osnabrücker Agentur Stiehl/Over mit der Entwicklung einer neuen Vertriebsmarke für die Bereiche Strom und Erdgas zu beauftragen. Bis Ende Januar blieb das Projekt geheim. Jetzt geht es an den Markt. Der Clou ist der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Die Teutoburger Energie Netzwerk eG (TEN) und die Stadtwerke Lengerich GmbH (SWL) hatten sich bereits im Mai letzten Jahres entschieden, die Osnabrücker Agentur Stiehl/Over mit der Entwicklung einer neuen Vertriebsmarke für die Bereiche Strom und Erdgas zu beauftragen. Bis Ende Januar blieb das Projekt geheim. Jetzt geht es an den Markt.  Der Clou ist der neue Markenname: die energievorsorger.</h2>
<p>Nein, es handelt sich dabei nicht um einen Tippfehler! Das „o“ in <em>energievorsorger</em> ist Absicht. Und Strategie zugleich. „Sämtliche neuen Strom- und Gasmarken appellieren an den Wechselwillen unzufriedener Kunden“, sagt Daniel Over, „aber sie warten mit Marken auf, denen oft das wichtigste fehlt: Vertrauen.“</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="die energievorsorger - Logo" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/envo_markenzeichen.jpg" alt="die energievorsorger - Markenzeichen" /></p>
<p>Dieses Vertrauen schafft die neue Vertriebsmarke „die energievorsorger“. Hier geht es nicht um den billigen Anbieter-Wechsel, sondern um eine nachhaltige und umweltbewusste Entscheidung mit der Sicherheit, das richtige getan zu haben. Deshalb ver-sorgen „die energievorsorger“ ihre Kunden nicht nur mit Strom und Gas – sie sorgen auch vor. Zum Beispiel mit Tarifen, die frei wählbar sind. Von preiswert bis Premium. Wer sicher sein will, wählt die Premium-Variante mit langen Laufzeiten. Wer vor allem aufs Geld achtet, nimmt die preiswerte. Interessant ist auch die flexible Komfort-Variante mit der Preisgarantie einerseits und der monatlichen Kündigungsmöglichkeit andererseits. Immer „stromgasgünstig“, d.h. zu den besten am Markt zu erzielenden Preisen. Der Strom ist natürlich Ökostrom zu 100% aus erneuerbaren Energien, das Gas ist klimaneutral.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/35938559?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="100%" height="400" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Stiehl/Over entwickelte aber nicht nur Markennamen, Markenzeichen und Corporate Design für „die energievorsorger“, sondern das gesamte Marketing- und Kommunikationspaket. Von der Print-, Kino- und Regional-TV-Werbung über die Städte-Promotions bis zur Website und Online-Werbung. (Sogar um das Sponsoring des “Ossensamstags” in Osnabrück durch „die energievorsorger“ kümmerte sich die Agentur.)</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="die energievorsorger - Anzeige" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/envo_anzeige_aktuell.jpg" alt="die energievorsorger - Anzeige" /></p>
<p>Apropos! Wenn Sie als Kunde jetzt zu den “energievorsorgern” wechseln wollen, klicken Sie einfach <a href="http://www.die-energievorsorger.de/index.php?id=wechselservice" target="_blank">hier</a>!</p>
<p>Weitere Arbeitsbeispiele finden Sie <a href="http://www.stiehlover.com/arbeitsbeispiele/die-energievorsorger">hier</a>.</p>
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		<title>Der Kleckser – 100 Jahre Jackson Pollock</title>
		<link>http://www.stiehlover.com/agenturblog/der-kleckser-100-jahre-jackson-pollock/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 07:40:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reinhard Stiehl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Agenturblog]]></category>
		<category><![CDATA[Abstrakter Expressionismus]]></category>
		<category><![CDATA[Action Painting]]></category>
		<category><![CDATA[Ed Harris]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Hofmann]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Namuth]]></category>
		<category><![CDATA[Jackson Pollock]]></category>
		<category><![CDATA[Lee Krasner]]></category>
		<category><![CDATA[New York School]]></category>
		<category><![CDATA[Pollock]]></category>
		<category><![CDATA[Springs]]></category>
		<category><![CDATA[Summertime No 9 A]]></category>
		<category><![CDATA[Tate Modern]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine erste Begegnung mit Jackson Pollock hatte ich 1988 in der Tate Modern, dem Ableger der Londoner Tate Gallery auf der Südseite der Themse. Ich wusste, dass sie dort ein Bild von Pollock erstanden hatten und ausstellten: „Summertime, Number 9 A“ aus dem Jahr 1948; gut 80 cm hoch, über 5,50 m breit. Als ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Meine erste Begegnung mit Jackson Pollock hatte ich 1988 in der Tate Modern, dem Ableger der Londoner Tate Gallery auf der Südseite der Themse. Ich wusste, dass sie dort ein Bild von Pollock erstanden hatten und ausstellten: „Summertime, Number 9 A“ aus dem Jahr 1948; gut 80 cm hoch, über 5,50 m breit. Als ich das Bild sah, war ich so fasziniert, dass ich mich nicht mehr davon lösen konnte.</h2>
<p>Ich ging ganz nah ran, um mir jeden „Drip“ und jede „Line“ ganz genau anzusehen. Dann ging ich wieder auf Abstand, um das Bild von weitem zu betrachten und auf mich wirken zu lassen, um mich ihm anschließend wieder zu nähern. Ich vergaß die Zeit. Der Aufpasser ließ mich nicht aus den Augen. Wahrscheinlich dachte er, dieser merkwürdige Typ, der einfach nicht weitergehen wollte, hatte vor, einen Anschlag auf das Bild zu verüben. (Für die Freunde der gegenständlichen Kunst sieht das Bild ohnehin so aus, als hätte man diesen Anschlag bereits verübt &#8230;)</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="Summertime No 9 A" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/pollock_summertime_no_9_tate_modern.jpg" alt="Summertime No 9 A" /><em>„Summertime No 9 A“, Jackson Pollock (Tate Modern)</em></p>
<p>Ich glaube, es gab kein Gemälde eines bildenden Künstlers, das mich jemals mehr faszinierte als „Summertime, Number 9 A“ von Jackson Pollock. Vielleicht war es für mich so etwas wie die Entdeckung der Kunst. Sehr spät (ich war 30), aber nicht zu spät, um mich darauf einzulassen. Mit Pollock wuchs auch meine Liebe zu den abstrakten Expressionisten und dem Modern Jazz der 40er und 50er Jahre, vor allem zum Cool Jazz und zum Bossa Nova. Ein Gesamtkunstwerk also. </p>
<p>Nicht nur die Musik dieser Zeit spielte in New York. Die Stadt löste auch Paris als Metropole der „Fine Arts“ ab. Viele europäische Künstler waren vor den Nazis geflüchtet und nach New York immigriert. Einer davon war Hans Hofmann, der schon 1933 an der Madison Avenue in Manhattan eine Kunstschule gründete, aus der auch die spätere Frau von Jackson Pollock, die Malerin Lee Krasner hervorging.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="Jackson Pollock und Lee Krasner" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/Namuth_Pollock-and-Krasner_031.jpg" alt="Jackson Pollock und Lee Krasner" /><em>Jackson Pollock und Lee Krasner, Foto: Hans Namuth</em></p>
<p>Pollock, Krasner, Rothko, de Koning und all die anderen abstrakten Expressionisten waren Vertreter der sogenannten „New York School“, zu der auch Dichter und Musiker zählten, die aber nie die Berühmtheit der Maler erlangten. Mit Ausnahme von John Cage und David Tudor vielleicht, den Pionieren der modernen (elektronischen) Musik. </p>
<p>Hatten sich schon die Expressionisten über den Naturalismus hinweggesetzt, so sprengten die abstrakten Expressionisten nun sämtliche Grenzen der gegenständlichen Kunst: „Action Painting“. Keiner tat es so konsequent wie Jackson Pollock. Seine Tröpfeltechnik brachte ihm den Spitznamen „Jack the Dripper“ ein. Seine Art zu malen, in dem er wie ein „Tanzender Derwisch“ um seine auf dem Boden liegenden Leinwände herum sprang, war ebenso einzigartig wie seine Bilder. Pollock war buchstäblich <em>in</em> seinen Bildern.</p>
<p><iframe width="420" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/CrVE-WQBcYQ" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
<em>Jackson Pollock 51, Regie: Hans Namuth, Musik: Morton Feldman</em></p>
<p>Seine so entstandenen, meistens überdimensionalen Werke üben eine magische Anziehungskraft aus, die den Betrachter sofort in das Bild hinein zieht. (Oder wahlweise abschreckt.) Die exzentrische Kunstsammlerin Peggy Guggenheim wurde Pollocks größter Fan. In ihrer New Yorker Galerie „Art of the Century“ an 57. Straße, das zugleich ein Museum war, gestaltete sie in den 40er Jahren zahlreiche Ausstellungen für den Künstler und machte ihn damit berühmt.</p>
<p>Jackson Pollock war aber nicht nur der erste amerikanische Maler, der eine eigene Stilrichtung begründete, er bediente auch das Klischee des lebensmüden, saufenden und kettenrauchenden Cholerikers. Pollock war manisch depressiv oder wie es heute vornehm heißt: er hatte eine affektive bipolare Störung und schwankte zwischen plötzlichen Ausbrüchen und tagelanger Apathie. Er war der Hemingway der bildenden Kunst. </p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="Jackson Pollock mit Zigarette" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/Jackson_Pollock_Foto.jpg" alt="Jackson Pollock mit Zigarette" /><em>Jackson Pollock mit Zigarette</em></p>
<p>Ohne seine Frau, mit der er sich Mitte der 40er Jahre aus New York nach Springs, East Hampton auf Long Island zurückzog, hätte Pollock sein Werk wohl niemals in dieser Breite und Tiefe schaffen können. Lee Krasner, selbst eine begnadete Künstlerin, förderte ihn bis zur Selbstaufgabe und erlangte – auch nach Pollocks frühem Tod – niemals die Anerkennung oder Bekanntheit ihres Mannes, der heute als der berühmteste amerikanische Maler aller Zeiten gilt. Pollocks Werk „No. 5“ ist, wenn nicht das, so doch eines der teuersten Gemälde Welt. </p>
<p>Jackson Pollock starb 1956 im Alter von 43 Jahren, wahrscheinlich sturzbetrunken, bei einem Autounfall, nachdem er bereits 18 Monate lang kein Bild mehr zustande gebracht hatte und vollends dem Suff verfallen war. Am 28. Januar wäre er 100 Jahre alt geworden.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="Das Haus von Jackson Pollock und Lee Krasner" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/Haus_Grab_Pollock_Krasner1.jpg" alt="Das Haus von Jackson Pollock und Lee Krasner" /><em>Links: Das Haus von Jackson Pollock und Lee Krasner in Springs, East Hampton. Rechts: Das Grab von Pollock (hinten) und Krasner (vorne) auf dem Green River Cemetry in Springs.</em></p>
<p>Für viele (und nicht nur Kunstbanausen) ist er schlicht und einfach „Der Kleckser“ geblieben, der das tat, was jedes Kind kann: nach Herzenslust mit Farbeimern spielen. Wer ihn einmal erlebt hat – ob in den großartigen Dokumentationen des deutschen Fotografen und Filmemachers Hans Namuth oder in dem ebenfalls sehenswerten und Oscar-prämierten Hollywood-Film <a href="http://www.amazon.de/Pollock-Special-Ed-Harris/dp/B00008A8OU" target="_blank">„Pollock“</a> von und mit Ed Harris – bekommt vielleicht eine Vorstellung davon, was Jackson Pollock geschaffen hat: abstrakte Kunst als Ausdruck des Unbewussten in ihrer ursprünglichsten und reinsten Form.</p>
<p>Wer sich selbst im (virtuellen) Klecksen versuchen will kann das <a href="http://jacksonpollock.org/" target="_blank">hier</a> tun oder sich die entsprechende <a href="http://itunes.apple.com/de/app/jackson-pollock-by-miltos/id303254149?mt=8" target="_blank">iPhone/iPad-App</a> im iTunes-Store für 79 Cent kaufen.</p>
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		<title>Genial! – Julian Barnes’ neuer Roman „Vom Ende einer Geschichte“</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 07:27:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reinhard Stiehl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gezeitenwellen sind ein Naturphänomen, das überall dort auftritt, wo Flüsse in ein Meer mit starkem „Tidenhub“, also großen Höhenunterschieden zwischen Ebbe und Flut, münden. Durch die steigende Flut des Meeres entsteht eine Welle, die den Fluss sozusagen wieder ins Land zurückdrängt. Das Wasser fließt scheinbar gegen seinen natürlichen Lauf plötzlich stromaufwärts. Im neuen Roman von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Gezeitenwellen sind ein Naturphänomen, das überall dort auftritt, wo Flüsse in ein Meer mit starkem „Tidenhub“, also großen Höhenunterschieden zwischen Ebbe und Flut, münden. Durch die steigende Flut des Meeres entsteht eine Welle, die den Fluss sozusagen wieder ins Land zurückdrängt. Das Wasser fließt scheinbar gegen seinen natürlichen Lauf plötzlich stromaufwärts. Im neuen Roman von Julian Barnes ist die „Severn Bore“, die berühmteste Gezeitenwelle Großbritanniens, eine Metapher für den „Strom der Zeit“, der mit einer hohen Welle plötzlich rückwärts fließt.</h2>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="Severn_Bore" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/Severn_Bore.jpg" alt="" /><br />
Überrascht von dieser (Ge-) Zeitenwelle wird Anthony „Tony“ Webster, ein 65jähriger Pensionär, dessen Leben in geordneten Bahnen verläuft. Er hat eine Karriere in der Kultur-Bürokratie hinter sich, seine Ehe ist geschieden, aber er versteht sich immer noch gut mit seiner Ex-Frau Margaret. Auch das Verhältnis zu seiner Tochter ist Ordnung. Susie, mittlerweile selbst Ehefrau und Mutter, und ihr Dad sehen sich zwar selten, aber was macht das schon im Zeitalter von E-Mail und sms.</p>
<h3>Post von „jenseits des Grabes“</h3>
<p>Die Welle trifft Tony in Form einer merkwürdigen Erbschaft und wirft ihn zurück in eine Zeit, als er mit seiner ersten Freundin Veronica dem Naturschauspiel der Severn Bore zusah. Mehr als 40 Jahre später hinterlässt Sarah Ford, die inzwischen verstorbene Mutter Veronicas, Tony in ihrem Testament 500 englische £ und einen Brief. Dabei hatte er die Mutter seiner Freundin nur ein einziges Mal in seinem Leben gesehen: an jenem Wochenende vor über 40 Jahren, das er im Haus der Familie Ford verbringen durfte und dabei ziemlich herablassend vom Vater und vom Bruder seiner Freundin behandelt wurde. Nur Veronicas Mutter schien es damals gut mit ihm zu meinen.</p>
<p>In ihrem Nachlass-Brief entschuldigt sich Mrs. Ford nun „von jenseits des Grabes“ nachträglich für die schlechte Behandlung bei Tony und vererbt ihm – neben der kleinen Summe Geldes – auch das Tagebuch seines Jugendfreundes Adrian.</p>
<p><iframe width="420" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/j6ErUrFu9xk" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
<em><br />
&#8220;Time is on my side&#8221; (Rolling Stones, 1964) &#8211; das singt (und glaubt) zumindest Tony Webster im Roman von Julian Barnes &#8230; und wird eines Besseren belehrt.</em></p>
<p>Die Welle schwemmt Tony schließlich in seiner Oberstufenklasse an, in der er zusammen mit Colin und Alex ein Dreigespann bildete – Dandys im London den frühen Sixties, die schlagfertig und humorvoll über Gott &amp; die Welt philosophieren konnten. Irgendwann kam mit Adrian der vierte dazu. Aber Adrian war anders. Er war (im übertragenen Sinne) der vierte der drei Musketiere – D’Artagnon – oder (etwas zeitgemäßer) der Neil Young zu Crosby, Stills &amp; Nash. Adrian war intelligenter, ernsthafter. Er bereicherte die Clique, kein Zweifel, und er ließ die anderen ohne jede Überheblichkeit an seinen Gedanken teilhaben. Aber er blieb immer der andere, der vierte.</p>
<h3>Selbstmord mit 22</h3>
<p>Selbst als Adrian seinem Freund die Freundin ausspannte, nahm Tony es sportlich. Es war wohl auch mehr Veronica, die Gefallen an Adrian gefunden hatte, als Tony sie eigentlich stolz seiner Clique präsentieren wollte. Nach der Schule schworen sich die vier Freunde noch schnell ewige Treue, um sich im Studium ebenso schnell aus den Augen zu verlieren. Adrian erhielt, wie nicht anders zu erwarten, ein Stipendium für Cambridge.</p>
<p>Erst Adrians Selbstmord mit 22 brachte das alte Dreigespann noch ein letztes Mal wieder zusammen. Die drei Freunde kamen überein, dass Adrian sich nur aus philosophischen Gründen umgebracht haben konnte – wahrscheinlich als letzte Konsequenz einer meisterlich zu Ende gedachten Theorie. So ein schnöder Selbstmord wie seinerzeit der ihres Mitschülers Robson, der sich nur deshalb umgebracht hatte, weil er mit 16 eine Minderjährige geschwängert hatte, kam für Adrian natürlich nicht in Frage. Soviel war sicher.</p>
<h3>Oder?</h3>
<p>„<em>Geschichte ist die Summe der Lügen der Sieger</em>,“ antwortet Tony einmal auf die Frage seines Lehrers. – „<em>Solange Sie auch im Auge behalten, dass sie auch die Summe der Selbsttäuschungen der Besiegten ist</em>“, entgegnet ihm dieser.</p>
<p>Und das ist es, worum es in Julian Barnes’ Roman eigentlich geht: unsere ganz persönliche Geschichte. Im ersten Teil „Vom Ende einer Geschichte“ erzählt Tony wie es vor über 40 Jahren war. Im zweiten Teil muss er erfahren, dass seine Erinnerungen, die über die Zeit zu Anekdoten geworden sind, an die er inzwischen schon selbst glaubt, in Wahrheit nichts als Selbsttäuschungen sind. Um es mit Adrian’s Worten auszudrücken: „<em>Geschichte ist die Gewissheit, die dort entsteht, wo die Unvollkommenheiten der Erinnerung auf die Unzulänglichkeiten der Dokumentation treffen.</em>“</p>
<p>Den zweiten Teil seines neuen Romans erzählt Barnes so spannend und mitreißend wie einen Krimi, dessen ebenso unerwartete wie dramatische Auflösung hier nicht verraten werden soll.</p>
<h3>Julian Barnes alias Dan Kavanagh</h3>
<p>Kein Wunder, denn Julian Barnes ist neben Ian McEwan („Abbitte“) nicht nur der beste zeitgenössische Romancier Englands, sondern auch ein begnadeter Krimi-Autor. Unter dem Pseudonym Dan Kavanagh veröffentlichte er in den 80er Jahren vier erstklassige Krimis rund um den runtergekommenen, bi-sexuellen Ex-Kommissar Duffy. Noch heute gibt es eine <a href="http://www.dankavanagh.com/">Website</a>, die eine hanebüchene Biografie von Dan Kavanagh erzählt, die ebenso frei erfunden ist wie sein Held.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="Julian Barnes" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/Julian_Barnes_Buch_Cover.jpg" alt="" /><em>Julian Barnes (wird am 19. Januar 66) und sein neues Buch</em></p>
<p>Kavanagh war der Geburtsname von Julian Barnes’ Frau Patricia („Pat“), der er jedes seiner Bücher gewidmet hat; so auch seinen neuesten Roman – posthum, denn Pat starb 2008 an einem Gehirntumor. Für „The Sense of an Ending“, so der Original-Titel, erhielt Julian Barnes 2011 den begehrtesten englischen Buchpreis, den „Booker-Price“. Der ist, auch angesichts seiner bisherigen Veröffentlichungen, mehr als verdient.</p>
<p>Eine Zeit lang schien es, als seien die Engländer sauer auf seine frankophile Ader, die mit seinem ersten großen Romanerfolg „Flaubert’s Papagei“ begann. Barnes übersetzt auch aus dem Französischen. (Seine deutsche Übersetzerin, Getraude Krueger, hat übrigens auch die Sketche von Monty Python ins Deutsche übersetzt.) Für mich sind seine frühen Meisterwerke „Als sie mich noch nicht kannte“, ein Eifersuchts-Drama in Romanform, und „Darüber reden“, eine Dreiecksbeziehung, die abwechselnd aus allen drei Sichtweisen erzählt wird und in „Liebe usw.“ ihre Fortsetzung fand, die bisher besten Bücher von Julian Barnes. „Vom Ende einer Geschichte“ knüpft daran an.</p>
<h3>Gegen den Strom geschrieben</h3>
<p>Barnes beherrscht die Konstruktion einer Romanhandlung perfekt. Es scheint, als würde er die Geschichte &#8211; genau wie die Severn Bore &#8211; vom Ende, also von der Flussmündung her denken und zum Anfang, also zur Quelle hin anlegen. Auch so kann man den deutschen Titel „Vom Ende der Geschichte“ verstehen: Der Roman handelt nicht vom Ende einer Geschichte, er ist vom Ende der Geschichte her gedacht. Barnes schreibt &#8211; wie die Gezeitenwelle &#8211; „gegen den Strom“, während der Leser sich „flussabwärts“ bewegt. Unterwegs begegnen ihm zahlreiche Hinweise, die aber erst zum Schluss in ihrer tieferen Bedeutung klar werden. Das ist beste Krimi-Dramaturgie. Es lohnt sich also, beim Lesen auf die eigene Intuition zu „hören“ und genau hinzusehen.</p>
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		<title>Willkommen in der vertikalen Welt! – Stiehl/Over gewinnt OSMA-Aufzüge als neuen Kunden.</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 10:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stiehl/Over</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die 1919 in Osnabrück gegründete Firma „Osnabrücker Maschinen- und Aufzugsbau Adler &#038; Dreyer“ wurde 1933 von Albert Schenk übernommen, der das Unternehmen kurz OSMA nannte, und ist seit nunmehr vier Generationen in Familienbesitz. Heute lenken Albert Schenk III. und sein Sohn Jens-Albert die Geschicke des Unternehmens. OSMA beschäftigt über 600 Mitarbeiter und ist deutschlandweit mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Die 1919 in Osnabrück gegründete Firma <em>„Osnabrücker Maschinen- und Aufzugsbau Adler &#038; Dreyer“</em> wurde 1933 von Albert Schenk übernommen, der das Unternehmen kurz OSMA nannte, und ist seit nunmehr vier Generationen in Familienbesitz. Heute lenken Albert Schenk III. und sein Sohn Jens-Albert die Geschicke des Unternehmens. OSMA beschäftigt über 600 Mitarbeiter und ist deutschlandweit mit 17 Niederlassungen vertreten. Etwa 1.000 Aufzüge werden jährlich neu hergestellt und rund 20.000 bestehende Aufzüge gewartet. Gegenüber den Konzernen in der Branche behauptet sich OSMA als innovativer, moderner Mittelständler.</p>
</h2>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="OSMA-Aufzugsgruppe" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/OSMA-Aufzugsgruppe1.jpg" alt="OSMA Aufzugsgruppe" /><em>OSMA-Aufzugsgruppe, Foto: Albert Schenk</em></p>
<p>Dabei griff man bisher nur sporadisch und projektweise auf die Dienste von Agenturen und ähnlichen Dienstleistern zurück. Die Marketing-Kommunikation wurde größtenteils im eigenen Hause entwickelt und umgesetzt. Das soll nun anders werden. Mit Beginn des neuen Jahres engagierte OSMA die Osnabrücker Agentur Stiehl/Over.</p>
<p>„Am Anfang stand ein persönliches Gespräch, in dem wir herausfinden wollten, was den Unternehmer Albert Schenk persönlich antreibt,“ erinnert sich Reinhard Stiehl an den ersten Kontakt, „und schon hier bemerkten wir, dass wir uns verstehen. Das ist im ersten Schritt wichtiger als jedes noch so tolle Layout.“</p>
<p>Die Kernaufgabe der Agentur ist die Weiterentwicklung des Corporate Designs und sämtlicher Kommunikations-Maßnahmen. „Unser Konzept basiert auf der Hegelschen Dialektik des ‚Aufhebens’“, erläutert Stiehl, „Aufheben im Sinne von Beseitigen, von Bewahren und von Erhöhen. Das klingt vielleicht im ersten Moment etwas intellektuell, aber es ist ganz praktisch das, was jedes Tradtions-Unternehmen regelmäßig tun sollte.“ </p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="OSMA-Aufzüge" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/Albert-Schenk-III.-und-Sohn-Jens-Albert-Schenk1.jpg" alt="OSMA-Aufzüge" /><em>OSMA-Geschäftsführer Albert Schenk und sein Sohn Jens-Albert Schenk, Foto: Neue Osnabrücker Zeitung.</em></p>
<p>„Wir erhoffen uns einen großen Schritt in der Verbesserung und Professionalisierung unserer Außendarstellung“, bestätigt Jens-Albert Schenk, der mit seiner Schwester Inga und OSMA-Marketingleiter Odo Hake das Agentur-Screening übernahm. Die Entscheidung für Stiehl/Over traf er gemeinsam mit seinem Vater Albert Schenk.</p>
<p>Aber es gibt noch weit mehr, das Vater und Sohn verbindet. Beide sind leidenschaftliche Fotografen. Während Albert Schenk sich auf Architektur und Technik spezialisiert hat, bevorzugt Jens-Albert Schenk People- und Fashion-Motive. „Der eine fotografiert Personen, der andere Aufzüge,“ freut sich Reinhard Stiehl, „und wir machen daraus eine neue Broschüre für Personen-Aufzüge.“</p>
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		<title>Ein Bild von einer Agentur.</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 15:50:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stiehl/Over</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Herzlich willkommen bei Stiehl/Over, der Osnabrücker Kreativagentur für Markenkommunikation! Auf unserer Internetseite erfahren Sie Neuigkeiten und Geschichten über unsere Agentur. Sie sehen aktuelle Arbeitsbeispiele und Klassiker aus über 20 Jahren. Sie erfahren, wer unsere Kunden sind und lernen die Menschen in unserer Agentur kennen. Im Agenturblog lesen Sie, was uns – auch außerhalb der Werbung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Herzlich willkommen bei Stiehl/Over, der Osnabrücker Kreativagentur für Markenkommunikation! Auf unserer Internetseite erfahren Sie <a href="http://www.stiehlover.com/category/aktuell/">Neuigkeiten</a> und <a href="http://www.stiehlover.com/category/geschichten/">Geschichten</a> über unsere Agentur. Sie sehen aktuelle <a href="http://www.stiehlover.com/arbeitsbeispiele/">Arbeitsbeispiele</a> und <a href="http://www.stiehlover.com/klassiker/">Klassiker</a> aus über 20 Jahren. Sie erfahren, wer unsere <a href="http://www.stiehlover.com/referenzen/">Kunden</a> sind und lernen die <a href="http://www.stiehlover.com/menschen/">Menschen</a> in unserer Agentur kennen. Im <a href="http://www.stiehlover.com/category/agenturblog/">Agenturblog</a> lesen Sie, was uns – auch außerhalb der Werbung – bewegt. Als Bewerber können Sie sich über unsere <a href="http://www.stiehlover.com/karriere/">Stellenangebote</a> informieren, als Kunde Kontakt zu Ihren persönlichen Ansprechpartnern <a href="http://www.stiehlover.com/ansprechpartner/">Reinhard Stiehl</a> und <a href="http://www.stiehlover.com/ansprechpartner/">Daniel Over</a> aufnehmen. Wir freuen uns über Ihren Besuch und wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt!</p>
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		<title>Wulff-Gate – das immergleiche Szenario eines politischen Untergangs.</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 12:38:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reinhard Stiehl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„All the president’s men“ war der Original-Titel der Verfilmung des Watergate-Skandals (Deutscher Titel: „Die Unbestechlichen“). Robert Redford und Dustin Hoffman spielten darin die Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein, die einen Abhör-Skandal aufdeckten, der 1974 zum Rücktritt des amerikanischen Präsidenten Richard Nixon führte. Seit Watergate ist „&#8230;gate“ das Suffix für politische Skandale. Stand 3. Januar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>„All the president’s men“ war der Original-Titel der Verfilmung des Watergate-Skandals (Deutscher Titel: „Die Unbestechlichen“). Robert Redford und Dustin Hoffman spielten darin die Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein, die einen Abhör-Skandal aufdeckten, der 1974 zum Rücktritt des amerikanischen Präsidenten Richard Nixon führte. Seit Watergate ist „&#8230;gate“ das Suffix für politische Skandale.</h2>
<p>Stand 3. Januar ist unser Bundespräsident noch in Amt und Würden, aber es ist nur eine Frage der Zeit, wann er zurücktreten muss. Dabei erinnert auch sein (tiefer) Fall an das Watergate-Szenario. Zuletzt versuchte auch das Weiße Haus, die Herausgeberin der Washington Post, die den Watergate-Skandal öffentlich machte, massiv unter Druck zu setzen. Für den Chefredakteur (im Film brillant verkörpert von Jason Robards, der dafür einen Oscar erhielt) das endgültige Signal, den Präsidenten über die Klinge springen zulassen.</p>
<p><iframe width="420" height="315" src="http://www.youtube-nocookie.com/embed/XVAbQUs28Yk" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Während in „All the president’s men“ die zahlreichen Berater aus dem Stab des amerikanischen Präsidenten die Drecksarbeit erledigten, scheint unser zukünftiger Ex-Bundespräsident von allen guten Geistern verlassen gewesen zu sein und rief höchst selbst zuerst Kai Diekmann an, den Chefredakteur der BILD-Zeitung, dann Mathias Döpfner, den Vorstandsvorsitzenden des Springer-Verlages und schließlich sogar Friede Springer, um die Veröffentlichung eines Artikels zu verhindern, der ihn diskreditierte.</p>
<h3>BILD killt.</h3>
<p>Die einflussreichste Deutsche Tageszeitung hatte es zwar nicht geschafft, zu Guttenberg als Verteidigungsminister im Amt zu halten (obwohl die beiden Feuchtfrisuren Diekmann und zu Guttenberg „best friend“ waren), aber es wird dem Boulevard-Blatt ein Leichtes sein, nun Wulff über die Klinge springen zu lassen.</p>
<h3>Wo war Glaeseker?</h3>
<p>Olaf Glaeseker ist das, was „Bob“ Haldeman seinerzeit für Richard Nixon war: der engste Vertraute. Mir gegenüber bezeichnete Wulff ihn sogar einmal als seinen Spiritus Rector. Glaeseker war also nicht nur sein Sprecher, Wulff ließ sich geistig von ihm leiten. Als Richard Nixon das Wasser schon bis zum Halse stand, überredete er Haldeman, den eigentlichen Drahtzieher der Watergate-Affäre, zurückzutreten. Am 22. Dezember, 10 Tage nach Wulffs Telefonterror und 9 Tage nach der Veröffentlichung der Kredit-Affäre in der BILD-Zeitung, wurde Olaf Glaeseker plötzlich entlassen.</p>
<p><img src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/Haldeman-und-Glaeseker.jpg" alt="" title="Haldeman und Glaeseker" width="600" height="269" class="alignnone size-full wp-image-3920" /> <em>Harry Robbins („Bob“) Haldeman und Olaf Glaeseker.</em></p>
<p>Aber Glaeseker war nicht das übliche Bauernopfer – mit ihm hatte der „König“ Wulff seine (PR-) „Dame“ verloren. Glaeseker war dafür bekannt, etwaige PR-Probleme diskret zu lösen. Zuletzt Wulffs Scheidung von seiner ersten Frau, bei der die BILD-Zeitung noch Glaesekers Strategie folgte: den damaligen Ministerpräsident von Niedersachsen als strahlenden Schwiegersohn mit nunmehr repräsentativer Gattin zu präsentieren und damit die strengen Katholiken in der CDU zu beschwichtigen, für die eine Scheidung eigentlich eine mittelschwere Katastrophe war.</p>
<h3>Und Hagebölling?</h3>
<p>Wulff nahm Glaeseker aus Hannover mit nach Berlin. Genau wie Lothar Hagebölling, vormals Chef der niedersächsischen Staatskanzlei in Hannover, jetzt Chef des Bundespräsidialamtes. Wäre Wulff dem Watergate-Szenario gefolgt, hätte er sich auch von Hagebölling trennen müssen, denn im Watergate-Skandal trat gemeinsam mit Haldeman auch der zweite wichtige Berater Nixons mit dem vielsagenden Namen John Ehrlichman zurück. Hagebölling ist noch im Amt und waltete desselben, indem er Glaeseker entließt.</p>
<p>Nach Bekanntwerden seiner Kreditgeschäfte dachte man zunächst, Christian Wulff sitzt es aus. Er hat schon soviel ausgesessen in seiner Karriere. In Niedersachsen steckte er zwei Wahlniederlagen gegen Gerhard Schröder weg, bevor er endlich Ministerpräsident wurde und in Berlin überstand er drei Wahlgänge gegen Joachim Gauck, den Bundespräsidenten der Herzen, bevor er endlich selbst das höchste Amt des Staates bekleiden durfte.</p>
<h3>Nun hat es auch Wulff erwischt.</h3>
<p>Denn genau wie vor ihm Uwe Barschel oder Karl Theodor zu Guttenberg, hat auch Christian Wulff nichts aus der Watergate-Affäre gelernt.</p>
<p>Immer noch läuft das Szenario einer Entmachtung nach dem gleichen Schema ab. Ein hoher Politiker folgt seinen eigenen Gesetzen oder denen seiner Partei oder denen seiner Vorgänger. Irgendwann lebt er nur noch in einer Parallelwelt. Er umgibt sich mit einem Hofstaat aus persönlichen Beratern und einflussreichen Persönlichkeiten und verliert vollends den Bezug zur Wirklichkeit. Solche Politiker empfinden Rechtsverstöße in ihrer eigenen Wahrnehmung nicht mal mehr als solche. Egal, ob es den Kuhhandel „Hauskredit gegen Porsche-Rettung“ mit der BW-Bank wirklich gab – in der Parallelwelt der Politik ist so etwas völlig normal, es gilt das ungeschriebene Gesetz „Quit pro quo“.</p>
<h3>„Alea iacta est.“</h3>
<p>So hat Christian Wulff auch ohne schlechtes Gewissen ein Buch mit dem Titel „Besser die Wahrheit“ veröffentlichen können, das nun zur Lachnummer wird. (Auch die Finanzierung der Buch-Werbung durch Ex-AWD-Chef Carsten Maschmeyer ist im Selbstverständnis solcher Politiker nichts Unanständiges.) So hat Wulff einen vielzitierten Satz sagen können, den er selbst ins Gegenteil verkehrte: „Nicht alles, was juristisch rechtens ist, ist auch richtig “. Und so hat er zuletzt seine Hymne auf die Pressefreiheit als hohes demokratisches Gut ausgerechnet am dem Tag singen können, an dem sein Berater Hagebölling gerade seinen Berater Glaeseker entließ. </p>
<p>10 Tage zuvor hatte Wulff noch selbst der Pressefreiheit den Krieg erklärt.</p>
<p><img src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/Rubicon-und-Christian-Wulff.jpg" alt="" title="Rubicon und Christian Wulff" width="600" height="258" class="alignnone size-full wp-image-3925" /><em>Der Rubicon und Christian Wulff</em></p>
<p>Wulff hat dabei auch gesagt, dass die BILD-Zeitung mit ihrer Recherche „den Rubicon überschritten“ habe. Zur Erinnerung, es handelt sich dabei um den italienischen Fluss, der südlich von Ravenna in die Adria mündet und der einst von Julius Cäsar als Affront gegen den römischen Senat überschritten wurde. Cesar legt sich 49 v. Chr. also mit seinem eigenen Parlament an und sagte dabei seinen wohl berühmtesten Satz: „Alea iacta est.“</p>
<p>Für Wulff sind die Würfel gefallen.</p>
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		<title>Guten Rutsch!</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 17:05:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reinhard Stiehl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die großartige Eröffnungs-Sequenz aus Woody Allens Manhattan mit der wunderbaren Musik von George Gershwin &#8211; Rhapsody in Blue &#8211; und einem finalen Feuerwerk über der Skyline des Central Parks.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="600" height="366" src="http://www.youtube-nocookie.com/embed/qhycV_p7_Dc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><em>Die großartige Eröffnungs-Sequenz aus Woody Allens Manhattan mit der wunderbaren Musik von George Gershwin &#8211; Rhapsody in Blue &#8211; und einem finalen Feuerwerk über der Skyline des Central Parks.</em></p>
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		<title>45 Mercy Street – die Wiederentdeckung der depressiven Dichterin Anne Sexton</title>
		<link>http://www.stiehlover.com/agenturblog/45-mercy-street-die-wiederentdeckung-der-depressiven-dichterin-anne-sexton/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 09:51:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reinhard Stiehl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Agenturblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Musikern nichts mehr einfällt, veröffentlichen sie ihre „Greatest Hits“ oder „New Editions“ ihrer größten Erfolge (remastered!). Oder sie „covern“ einfach die Songs anderer Musiker. Oder sie nehmen ihre alten Hits noch einmal neu mit einem Orchester auf. So machte es auch Peter Gabriel mit seinem jüngsten Album „New Blood“. – „Alter Wein in neuen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Wenn Musikern nichts mehr einfällt, veröffentlichen sie ihre „Greatest Hits“ oder „New Editions“ ihrer größten Erfolge (remastered!). Oder sie „covern“ einfach die Songs anderer Musiker. Oder sie nehmen ihre alten Hits noch einmal neu mit einem Orchester auf. So machte es auch Peter Gabriel mit seinem jüngsten Album „New Blood“. – „Alter Wein in neuen Schläuchen“ nennt der Volksmund so etwas. Und doch bin ich Peter Gabriel unendlich dankbar für seine Frischzellenkur. Denn nur durch „New Blood“ bin ich auf Anne Sexton gestoßen, die ich ohne dieses Album wohl kaum kennengelernt hätte.</h2>
<p>Dabei hätte ich der Frau schon auf „So“ begegnen können. Mein ewiger Lieblingssong von Peter Gabriel stammt von diesem großartigen Album aus dem Jahr 1984: „Mercy Street“. Aber erst jetzt, bei der Wiederveröffentlichung von „Mercy Street“ auf „New Blood“, machte ich mir die Mühe, die Lyrics im Internet aufzurufen. Ein wunderbarer Text:</p>
<p><em>„Looking down on empty streets, all she can see  <br />
Are the dreams all made solid  <br />
Are the dreams made real<br />
All of the buildings, all of those cars  <br />
Were once just a dream  <br />
In somebody´s head“</em></p>
<p>„She“, das war keine fiktive Person, von der sich Peter Gabriel inspirieren ließ, sondern eine amerikanische Dichterin, der er seinen Song widmete. „For Anne Sexton“, ein kurzer Hinweis am Anfang des Textes. Ich folge ihm. Und finde eine faszinierende Frau.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1468" title="Anne Sexton" src="http://www.stiehlover.com/wp-content/uploads/Anne_Sexton_Looking.jpg" alt="" /></p>
<p>Anne Gray Harvey wird am 9. November 1928 in Newton, Massachusetts, einem Vorort von Boston geboren. Sie besucht eine Mädchen-Internat in Boston. Hier schreibt sie ihre ersten Gedichte. Nach dem College arbeitet sie als Model, brennt mit &#8220;Kayo&#8221; durch, dem Sohn einer wohlhabenden Bostoner Familie (bürgerlich Alfred Muller Sexton II.), heiratet ihn und bekommt zwei Töchter. 1956, ein Jahr nach der Geburt ihrer zweiten Tochter, ist sie das erste Mal in der Psychiatrie; einen Tag vor ihrem 29. Geburtstag unternimmt sie ihren ersten Selbstmordversuch.</p>
<p><em>„Nowhere in the corridors of pale green and grey<br />
Nowhere in the suburbs in the cold light of day<br />
There in the midst of it so alive and alone<br />
Words support like bone“</em></p>
<p>Ihr Therapeut Dr. Martin Orne ermutigt die depressive Dichterin zum Schreiben und 1960 erscheint Anne Sextons erstes Buch „To Bedlam and Part Way Back“. Sie besucht das Bostoner Lyrikseminar von Robert Lowell und lernt Sylvia Plath kennen. Beide gehören zu einer literarischen Richtung, die sich „Confessional Poets“ nennt und sehr (für manche all zu sehr) persönliche Themen literarisch verarbeitet. Einigen Kritikern ist diese Bekenntnisliteratur viel zu privat, zu persönlich, zu intim. Anne Sexton versteht ihre Gedichte in Anlehnung an Franz Kafka hingegen als „eine Axt für das gefrorene Meer in uns“.</p>
<p><em>„Dreaming of mercy street, wear your inside out<br />
Dreaming of mercy in your daddy´s arms again  <br />
Dreaming of mercy street swear they moved that sign<br />
Dreaming of mercy in your daddy´s arms“</em></p>
<p>Der Verdacht auf sexuellen Missbrauch durch ihren geliebten Vater gilt als Ursache für Anne Sextons seelisches Leiden, das sie über das Schreiben kompensiert.</p>
<p><em>„Confessing all the secret things in the warm velvet box<br />
To the priest &#8211; he´s the doctor, he can handle the shocks“</em></p>
<p>In der deutschsprachigen Literatur verkörpert Ingeborg Bachmann in den 60er Jahren diesen Typus der frühen Feministin, die noch ohne die Spießigkeit der späteren Emanzipationsbewegung auskommt. In Europa weitgehend unbeachtet wird Anne Sexton in den U.S.A. ein Star. 1967 erhält sie den begehrten Pulitzer-Preis für ihren Gedichtband „Live or die“. Die Todessehnsucht bleibt ihr immer wiederkehrendes poetisches Motiv.</p>
<p><iframe width="420" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/UfvS_fgbuDI" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Während alle bisherigen Zitate aus dem Song „Mercy Street“ von Peter Gabriel stammen, ist der nun folgende Text ein Auszug aus dem Gedicht von Anne Sexton, das Peter Gabriel als Vorlage für seinen Song diente: „45 Mercy Street“.</p>
<p><em>„I walk in a yellow dress<br />
and a white pocketbook stuffed with cigarettes,<br />
enough pills, my wallet, my keys,<br />
and being twenty-eight, or is it forty-five?<br />
I walk. I walk.<br />
I hold matches at street signs<br />
for it is dark,<br />
as dark as the leathery dead<br />
and I have lost my green Ford,<br />
my house in the suburbs,<br />
two little kids<br />
sucked up like pollen by the bee in me<br />
and a husband<br />
who has wiped off his eyes<br />
in order not to see my inside out<br />
and I am walking and looking<br />
and this is no dream<br />
just my oily life<br />
where the people are alibis<br />
and the street is unfindable for an<br />
entire lifetime.“</em></p>
<p>Der Titel eines ihrer letzten Bücher lautet „The awful rowing toward god“. Mitte 40 wendet sich Anne Sexton auf eine merkwürdige Weise Gott zu. Vater -> Gott -> Gott Vater. Peter Gabriel verarbeitet in seinem Song auch dieses letzte Phase im Leben von Anne Sexton :</p>
<p><em>„Let´s take the boat out, wait until darkness<br />
Let´s take the boat out, wait until darkness comes“</em></p>
<p> Schließlich der Epilog:</p>
<p><em>„Anne, with her father is out in the boat<br />
Riding the water, riding the waves on the sea“</em></p>
<p>Am 4. Oktober 1974 fährt Anne Sexton ihren Wagen in die Garage, schließt das Tor und lässt den Motor laufen. Sie trägt den Pelzmantel ihrer Mutter. Es ist ihr fünfter Selbstmordversuch. Er gelingt.</p>
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