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Mit sich selbst identisch sein. – Zum 100. Geburtstag des Schriftstellers Max Frisch.

„Ich bin nicht Stiller.“ Dieser Satz gehört zu den wohl berühmtesten Romananfängen der deutschsprachigen Literatur. „Ich bin nicht Stiller“, das behauptet ausgerechnet der Mann, der von seiner Frau und seinen Freunden eindeutig als Bildhauer Anatol Ludwig Stiller identifiziert wird.

Kein Zweifel: Der Mann hat ein Problem, ein Identitätsproblem. Er will nicht der sein, der er ist. Und der Erfinder der Romanfigur „Stiller“ hatte seinen ersten großen literarischen Erfolg: der Schweizer Schriftsteller Max Frisch, der in diesem Monat 100 Jahre alt geworden wäre.

Otto Dix: Bildnis Max Frisch (1967)Otto Dix: Bildnis Max Frisch (1967), no. 33/75, signed by Max Frisch and Otto Dix

Frischs Romanthemen drehen sich immer um die menschliche, besser: die männliche Identität, und sind geprägt von den Beziehungen zu seinen Frauen, die ihm – auch gegen ihren Willen – als Romanvorlage dienten, von Julika über Sabeth und Lila bis Lynn. Hinter all diesen Romanfiguren stehen reale Vorbilder. Die bekannteste war die Dichterin Ingeborg Bachmann, mit der Frisch zwei Jahre in Rom zusammenlebte. Die letzte war die amerikanische Journalistin Alice Locke-Carey, mit der Frisch 1974 eine Wochenend-Affäre an der äußersten Spitze, dem „Land’s End“, von Long Island hatte (er 63, sie 31 Jahre alt) und mit der er Jahre später noch einmal für zwei Jahre zusammenlebte. „Montauk“ wurde Frischs bekannteste Erzählung.

Wirkliches Leben bedeutete schon für seine Romanfigur Stiller, „dass einer mit sich selbst identisch wird. Andernfalls ist er nicht gewesen.”

Max Frisch, der sich in jungen Jahren auch schon als Schriftsteller und Journalist versucht hatte, entschied sich anschließend jahrelang für eine bürgerliche Existenz als Architekt mit Frau und drei Kindern. Aber wie Ludwig Anatol Stiller war auch er mit sich selbst nicht identisch. Frisch führte, sowohl privat als auch beruflich, ein Doppelleben, hatte Affären und schrieb neben seinem Beruf als Architekt Theaterstücke für das Zürcher Schauspielhaus. Erst nach seinem Roman „Stiller“ entschloss er sich mit 44 Jahren, seine Familie zu verlassen, sein Architekturbüro zu schließen und vom Schreiben zu leben. Theaterstücke, Tagebücher, Romane und Erzählungen. Er wurde mit sich selbst identisch, allerdings nicht ohne sich schuldig zu machen.

Auf „Stiller“ folgt („Homo) Faber“ und auf Faber folgt („Mein Name sei) Gantenbein“.

Max Frisch und seine spätere Frau Marianne Oellers bei Filmaufnahmen.Max Frisch und seine spätere Frau Marianne Oellers bei Filmaufnahmen.

Walter Faber macht sich schuldig, weil er sich in ein junges Mädchen verliebt, das nicht nur seine Tochter sein könnte, sondern sich im Laufe des Romans auch als seine Tochter herausstellt. Ödipus mit vertauschten Rollen. 5 Jahre nach der Veröffentlichung von „Homo Faber“ heiratet der 51jährige Frisch die 23jährige Studentin Marianne Oellers.

Und Gantenbein (ein in der Schweiz durchaus verbreiteter Name) ist schließlich nur noch die Erfindung einer Identität. Er könnte auch Enderlin oder Svoboda sein, zwei weitere erfundene Identitäten aus demselben Roman.

Aus dem Identitätskonflikt und der Identitätssuche wird das Spiel mit unterschiedlichen Identitäten; und die Frage, wie die eigene Geschichte auch hätte verlaufen können. „Ein Mann hat eine Erfahrung gemacht, nun sucht er die Geschichte dazu.“ Und: „Ich probiere Geschichten an wie Kleider.“ Nach einem Autounfall spielt Gantenbein den anderen Menschen einen Blinden vor und sieht die Welt fortan mit anderen Augen.

Und heute?

Noch nie hatten Männer mehr Probleme mit ihrer Identität als heute: Die Väter-Generation der heute 45 bis 65jährigen, unfreiwillige „Opfer“ der Emanzipation und des Feminismus, und deren männliche Nachkommen, die heute 20 bis 40jährigen, die sich so schwer tun mit ihrer männlichen Identität, während ihre gleichaltrigen „Schwestern“ sie in allen Belangen überholen und hinter sich lassen.

Damit beantwortet sich auch die beliebte Frage, was man denn heute noch mit den Werken eines toten Schriftstellers aus dem letzten Jahrhundert anfangen soll.

Mit sich selbst identisch werden. Herzlichen Glückwunsch!


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