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„Johnny too bad“ – der erfolgreich erfolglose John Martyn.

John Martyn (1948 – 2009) war das, was man einen „Musician’s Musician“ nennt. Die Musiker liebten und verehrten ihn, aber das breite Publikum nahm ihn kaum zur Kenntnis. Kein Wunder, denn der sperrige Gitarrist sagte über sich selbst: „I’m not really that nice.“ Kein „Johnny B. Good“ also, sondern eher ein „Johnny too bad“, wie auch der Titel einer seiner erfolglosen Singles lautet. Nun ehren ihn gleich 30 Musiker mit einem Tribute-Album, darunter David Gray, Robert Smith (The Cure), Beck und Phil Collins: Von „Johnny Boy Would Love This – A Tribute“ werden aber wahrscheinlich genauso wenig CDs verkauft wie von den meisten original John-Martyn-Alben.

Der Mann hatte es nie leicht im Leben. Gescheiterte Beziehungen, Alkohol, Drogen, Krankheiten und – allerlei Misserfolge. Und dennoch hielt er als Musiker und Komponist über 40 Jahre durch: von seinen ersten Auftritten als hochbegabter 17jähriger Folk-Gitarrist in schottischen Clubs bis zu seinem Ende als beinamputierter, aufgequollener Haufen Elend kurz vor seinem Tod. John Martyn ist der wohl grandioseste „Loser“ unter allen Musikern, die das Vereinigte Königreich jemals hervor gebracht hat. Er hat wunderbare Songs geschrieben und aufgenommen – leise und lautstark, wehmütig und wütend.

Vielleicht liegt sein ewiges Scheitern auch darin begründet, dass er ein Wanderer zwischen den Musikwelten war. John Martyn beherrschte viele Stilrichtungen und ließ sich auf keine festnageln. Dabei fing alles so erfolgversprechend an. Der erste Plattenvertrag mit 19 und dann gleich bei den legendären Island Records von Chris Blackwell, der in den 60er und 70er Jahren tonangebend war mit Bob Marley, Emerson, Lake & Palmer, Tom Waits u.v.a., die er auf seinem Plattenlabel herausbrachte. Schon John Martyns zweites Album „The Tumbler“ wurde von keinem Geringeren als Al Stewart („Year of the Cat“) produziert. Folk-Musik.

Große Liebe, kleine Erfolge

John lernte Beverly kennen, seine große Liebe, ebenfalls Folk-Sängerin, die schon mit Größen wie Jimmy Page und Paul Simon zusammengearbeitet hatte. Sie heirateten. John und Beverly Martyn nahmen zusammen zwei weitere Folk-Alben auf: „Stormbringer“ und „The Road to Ruin“. Aber John wollte sich nicht auf Folk-Musik festlegen lassen; zudem drängte ihn die Plattenfirma, allein weiterzumachen, weil sie sich von einem Solo-Singer/Songwriter größeren Erfolg versprach.

So begann John Martyns zweite und kreativste musikalische Phase, die auch seinen Ruhm (zumindest in der Musikwelt) begründete: die frühen 70er Jahre. Er entwickelte einen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil: seine besondere rhythmische und zupfende Spieltechnik auf der Gitarre, auf der er später mit Hilfe von allerlei Effektmaschinen die unglaublichsten Töne erzeugte, dazu sein froschiger, nuschelnder Gesang. Die Alben „Bless the Weather“ und „Solid Air“ gelten als seine Meisterstücke, nicht zuletzt, weil er in Danny Thompson einen kongenialen Partner am Kontrabass gefunden hatte. Folk, Jazz, Rock, Blues – diese Musik passte in keine Schublade mehr. Eric Clapton coverte einen Song von John Martyn auf seinem Album „Slowhand“, das Stück „May You Never“. Er blieb nicht der einzige.

Quarterlife-Crisis

Es folgten das sehr experimentelle Album „Inside Out“, gefolgt von „Sunday’s Child“. Aber John Martyn war kein Sonntagskind. Während die Vorgänger vielleicht keine kommerziellen, aber doch immerhin hoch gelobte Achtungserfolge waren, floppten die neuen Alben ebenso wie eine selbstproduzierte Live-LP, die von der Plattenfirma abgelehnt wurde und die der Gitarrist im Eigenvertrieb zu vermarkten versuchte. Erfolglos. Die zu der Zeit unter Musikern üblichen Alkohol- und Drogenexzesse taten ihr übriges. Mitte 20 war John Martyn fix und fertig und zog sich nach Jamaika zurück.

Mit „One World“, das er mit Stevie Winwood einspielte, und das Chris Blackwell persönlich produzierte, kehrte er zurück. Wiederum sehr experimentell, aber mit zwei „Hits“, die über Jahre zum Markenzeichen John Martyns wurden: das weiche, gefühlvolle und ebenfalls oft gecoverte „Could’n’t Love You More“ und das rhytmisch hämmernde „Big Muff“. Kein Unterweltboss, wie man vermuten könnte, sondern der Name eines Gitarrenverzerrers, den der Musiker dann auch ausgiebig nutzte. Dazu das unter freiem Himmel und mit den nächtlichen Geräuschen der Umgebung eingespielte, minimalistische und mit wunderbaren Gitarreneffekten unterlegte „Small Hours“. Drei völlig unterschiedliche Stilrichtungen, die sich bei John Martyn ab nun immer wiederholen sollten.

Depressiv und düster

Mit „One World“ begann seine dritte und erfolgreichste Phase. Und seine größte Lebenskrise. Beverly verließ ihn. John Martyn, selbst mit fünf Jahren Scheidungskind und bei seiner Großmutter in Glasgow aufgewachsen, verlor nun vollends jeglichen Halt – und machte daraus das beste Album seiner Karriere: „Grace & Danger“.

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Zwei Musiker, die sein Schicksal teilten, halfen ihm dabei: Phil Collins und John Giblin verarbeiteten ebenfalls gerade die Trennung von ihren Frauen. Phil Collins war – nach dem Ausstieg von Peter Gabriel – vom Schlagzeuger zum Front-Man der Supergruppe Genesis aufgestiegen und führte bereits vor seiner Solokarriere ein musikalisches Doppelleben: als Schlagzeuger der Jazz-Rock-Gruppe „Brand X“. John Martyn gehörte zu seinen besten Freunden.

John Giblin war Bassist diverser Bands und ein gefragter (Studio-)Musiker. Sein Stil ähnelte dem von Jaco Pastorius, dem wohl einflussreichen Jazz-Bassisten aller Zeiten (Weather Report). Giblins Bassspiel klang wie eine Stimme, er nutzte seine Bassgitarre als Solo-Instrument und spielte darauf die Melodie des Songs. Zusammen mit der Virtuosität John Martyns und Phil Collins’ verzögertem und Tom-Tom*-dominierten Schlagzeugspiel entstand ein Klangteppich, der „Grace & Danger“ zu einem unverwechselbaren großartigen Werk macht. (* Tom-Toms sind keine Navigationsgeräte, sondern die Hänge- und Stand-Trommeln am Schlagzeug.)

Chris Blackwell, gleichermaßen mit John und Beverly Martyn befreundet, zögerte die Veröffentlichung von „Grace & Danger“ hinaus. Zu depressiv und düster erschien ihm das Album. Erst als der Musiker ihn regelrecht bekniete, gab Blackwell nach: „Grace & Danger“ wurde ein großer Erfolg … bei den Kritikern und Fans – und sogar kommerziell. „Hurt in Your Heart“ und „Baby, Please Come Home“, die beiden schönsten Stücke des Albums, wurden zu regelrechten Hymnen verlassener Männer (und Frauen) – die Single-Auskoppelungen „Johnny too bad“ und „Sweet Little Mistery“ die wohl bekanntesten Songs des Albums.

Der Anfang vom Ende

Der Erfolg von „Grace & Danger“ wurde von „Glorious Fool“, das John Martyn wiederum mit Phil Collins und John Giblin aufnahm, noch übertroffen. Er war auf dem Höhepunkt seiner Karriere – und physisch und psychisch am Ende. „Glorious Fool“ klingt wie die Fortsetzung von „Grace & Danger“ und enthält einige sehr schöne Stücke. Zum Beispiel das neu eingespielte „Could’n’t Love You More“ mit Eric Clapton an der Gitarre oder „Please Fall In Love“, das in seinem Arrangement den ersten Phil Collins-Hit „In the Air Tonight“ vorwegnahm. Geradezu brillant das temporeiche Jazz-Rock-Stück „Did’n’t Do That“. Aber dem Album fehlt die Dichte seines Vorgängers. „Grace & Danger“ war ein (unfreiwilliges) Konzept-Album. „Glorious Fool“ der typische Nachfolger. Kommerziell erfolgreicher zwar, was nicht zuletzt an der Vermarktung durch John Martyns neuer Plattenfirma WEA lag, aber nachgemacht.

Danach ging es im Prinzip nur noch bergab. Obwohl das zweite Album für WEA, „Well Kept Secret“, das kommerziell erfolgreichste war (Platz 20 in den britischen Charts war die höchste Platzierung, die ein John-Martyn-Album je erreichte), war es schlecht gemachte Pop-Musik. Das änderte sich auch in der Folge nicht mehr. John Martyns Musik hatte ihre Seele verloren. Er zehrte vor allem in seinen Live-Konzerten noch einige Jahre von seinem Ruhm und lebte von den zahlreichen Anthologien, die jedes Jahr erschienen, aber im Prinzip waren es mehr oder weniger gelungene, meisten überproduzierte „Aufgüsse“ seiner frühen und seiner besten Songs. Alles in allem nichts Neues und nicht mehr der Rede wert. Der frühe Tod seiner zweiten Frau Annie stürzte ihn in die nächste Krise, aber John Martyn konnte daraus kein kreatives „Kapital“ mehr schlagen. Er überstrapazierte den Synthesizer und experimentierte fortan mit Samples und Trip-Hop-Elementen, aber es kam nichts Nennenswertes dabei heraus.

Das Ende mit 60

Erst als er auf dem Album „The Church With One Bell“ von 1998 selber die Songs anderer Komponisten coverte und ihnen seinen unnachahmlichen Stil aufdrückte, konnte er noch einmal einen gewissen kommerziellen Erfolg verbuchen, der es ihm sogar ermöglichte, die Kirche, die dem Album seinen Namen gab, zu kaufen.


Cover-Version des Portishead-Songs „Glory Box“ von John Martyns Album „The Church With One Bell“. Nein, der graumelierte Herr im Film ist nicht John Martyn.

Seine letzten Jahre verbrachte John Martyn im Rollstuhl, nachdem ihm ein Bein amputiert werden musste. Äußerlich platzte er aus allen Nähten und gab ein jämmerliches Bild ab. Tapfer gab er weiterhin Konzerte und die echten Fans und Freunde hielten ihm die Treue. Allen voran Phil Collins. Im Dezember 2008 wurde John Martyn von Königin Elizabeth II. zum „Officer of the Border of the British Empire“ ernannt. Einen Monat später, im Januar 2009, starb John Martyn im Alter von 60 Jahren an einer doppelseitigen Lungenentzündung.

„Vielleicht kauft ja jemand das neue Tribute-Album, jetzt, wo ich tot bin“, hätte John Martyn das Erscheinen von „Johnny Boy Would Love This“ in seiner ihm eigenen zynischen Art wohl kommentiert. Ein kommerzieller Erfolg? Eher unwahrscheinlich.


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