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Lapidar, lakonisch, lesenswert: „Zehn Minuten und ein ganzes Leben“ von Manuela Reichart

| Reinhard Stiehl

In der Stunde unseres Todes, sagt man, ziehe das Leben noch einmal im Zeitraffer an uns vorbei. Ganze zehn Minuten – von 21.45 bis 21.55 Uhr – dauert es bei der Frau, die Manuela Reichart in ihrem gleichnamigen Buch „Zehn Minuten und ein ganzes Leben“ beschreibt, bevor die Frau stirbt. Daraus werden hundert Seiten Erinnerungen: siebzig Kurzgeschichten, die man in einer Stunde durchgelesen hat. Schnappschüsse, die mitten ins Herz treffen.

Das Leben ist kein Roman, es ist eine Aneinanderreihung von mehr oder weniger pointenlosen Kurzgeschichten“, heißt es lapidar am Anfang des Buches. „Lapidar“ kommt aus dem Lateinischen. Lapis: Stein. In Stein gehauen. Die gradlinigen, schnörkellosen Steinschriften der altrömischen Antike werden deshalb auch als Lapidarschrift bezeichnet. Die Trajansäule in Rom gilt als formvollendetes Beispiel der Lapidarschrift, dem Vorläufer der Antiqua-Schriften von Garamond, Baskerville oder Bodoni.

Lapidar nennt man einen Erzählstil, der ohne Ausschmückungen und Erläuterungen auskommt und trotzdem alles sagt. Manche empfinden ihn als nüchtern, andere als zynisch. Man könnte ihn auch lakonisch nennen wie die knappe, aber treffende Ausdrucksweise der Bewohner Lakoniens im alten Griechenland.

Die Kurzgeschichten von Manuela Reichart sind oft nicht länger als ein paar Zeilen oder eine halbe Seite. Jede beschreibt eine Erinnerung – lapidar, lakonisch, lesenwert:

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Sie ist verliebt, dieses Mal ist sie sicher. Das hält fürs ganze Leben. Er verlässt sie. Sie ist verzweifelt. Sie will nicht mehr leben. Der Vater ist Diabetiker. Sie nimmt seine Spritze und das Insulin. Sie wartet auf den Tod. Er kommt nicht.

Sie lebt weiter, vergisst den Schönen mit den strahlenden blauen Augen – und verlässt den nächsten Mann, der sie liebt.

In jeder Geschichte findet man sich selbst wieder. Auch als Mann. Auch wenn die eigene Geschichte eine ganze andere ist. Das ist die Kunst. Manuela Reichart beherrscht sie wie die großen Kurzgeschichtenschreiber, die es kaum noch gibt: Peter Bichsel zum Beispiel.

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Die letzte Chance, ihr Leben zu verändern. Sie liegt auf dem Bett, er raucht eine Zigarette im Sessel und trägt längst wieder Sakko und Krawatte. Sie ist verheiratet, er ist verheiratet. Sie haben sich gerade geliebt fern ihrer Heimatstadt. Er denkt darüber nach, wie sich die Geschichte ohne Schaden beenden lässt, sie träumt den weiblichen Liebestraum: „Ich glaube, ich habe mich in Dich verliebt.“ Darauf er: „Das habe ich befürchtet.“

Eine Szene wie von Edward Hopper gemalt.

In den meisten Rezensionen über „Zehn Minuten …“ wird das „unbesondere Leben“ der Hauptfigur (NDR) zum Thema gemacht und leider viel zu selten die große erzählerische Kraft der Autorin gewürdigt.

Manuela Reichart liebt das Radio. Als Redakteurin hat sie viel für das Fernsehen gearbeitet – u.a. Aspekte im ZDF moderiert. Am liebsten aber macht sie Rundfunk. Zum Beispiel „Gutenbergs Welt“ auf WDR3. Das passt zum Erzählen. „Wenn jemand spricht, wird es hell“, sagt Sigmund Freud.

Aus den Erzählungen von Manuela Reichart spricht eine Schriftstellerin, die vielleicht viel zu lange gewartet hat mit ihren ersten eigenen Geschichten. Die immer nur über andere berichtet, andere in den Vordergrund rückt. Auch in ihrem ersten eigenen Buch geht es scheinbar nicht um sie selbst. Wie viel von den Kurzgeschichten autobiografisch ist, kann man nur mutmaßen.

Manuela Reichart

Wenn man sie „googelt“, erfährt man einiges über ihre Arbeit, aber fast nichts über sie selbst. Nicht mal ihr Alter. Obwohl Altern eines ihrer Themen als Herausgeberin ist („Jahre sind nur Kleider – Geschichten vom Älterwerden“, Edition Ebersbach, 2004). Geboren ist sie nach eigenen Angaben am Rhein. Heute wohnt sie an der Spree. Auch der Fischer-Verlag, in dem ihr erstes eigenes Buch erschienen ist und für den sie ebenfalls als Herausgeberin arbeitet („Doch uns schlug kein Gewissen“, eine Anthologie über Seitensprünge und Affären in der Weltliteratur), verrät nichts über Manuela Reichart. Es scheint (ihre) Absicht zu sein.

Es bleibt: ihr Buch. Eine Lebensgeschichte. Geschichten eines Lebens, in denen es Manuela Reichart gelingt, den überall lauernden Klischees ein Schnippchen zu schlagen und dem allseits drohenden Kitsch von der Klinge zu springen. So gradlinig und schön wie die Inschriften der Trajansäule ist auch ihre Sprache. Auch wenn es in den „Reliefs“ ihres Buches selten ums Siegen geht.

Außer vielleicht in Geschichte 33, die vom „Perfect Day“ handelt – geschrieben nach dem wunderbaren Song von Lou Reed. Aber das sollte man lieber selbst nachlesen. Oder den Song hören:


Stiehl/Over – Werbeagentur Internetagentur Osnabrück / Münster / Bielefeld / Emsland / Niedersachsen

Wenn klassische Werbung und Online-Marketing sich sinnvoll ergänzen, wenn aus kompromissloser Kreativität erfolgreiche Kommunikation wird, wenn man außer guten Ideen auch einen gemeinsamen Humor entwickelt, dann sind Sie bei Stiehl/Over. Wir sind keine 100-Mann-Werbeagentur, wir sitzen in keiner Werbemetropole, wir gehören keinem internationalen Network an. Die einzige Chance, besser zu sein als unser Wettbewerb ist die bessere Idee.

Marke & Qualitätssiegel – Stiehl/Over ist GWA-Mitglied.

Der GWA hat historische Wurzeln, die bis an den Anfang des 20. Jahrhunderts reichen. 1952 als Gesellschaft Werbeagenturen wieder gegründet, fusionierte die GWA 1986 mit dem Wirtschaftsverband Deutscher Werbeagenturen (WDW) zum Gesamtverband Werbeagenturen GWA. Seit 2002 führt der GWA den Namen Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA. Die Mitglieder des Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA gehören zu den besten Werbeagenturen der Branche. Der GWA ist Marke und Qualitätssiegel zugleich. Ein Mal jährlich verleiht der GWA den „Effie“ als begehrte Auszeichnung für „effiziente Werbung”.

Seit 1989 – eine kleine Geschichte unserer Agentur.

Unsere Werbeagentur existiert seit mehr als 20 Jahren. Am Anfang waren wir die Agentur, die „sich mit großen Ideen für kleine Kunden bei größeren Kunden ein klein wenig ins Gerede bringt“, wie es Professor Dieter Urban in einem Artikel der Fachzeitschrift „Novum“ einmal so charmant formulierte. Auf die kleinen Kunden der Gründerzeit folgten große Marken wie Lloyd, Kettler oder Poggenpohl, mittelständische Marktführer wie die Winkhaus-Gruppe, Schmitz Cargobull oder die Meurer-Gruppe, lokale Größen wie die Piepenbrock Unternehmensgruppe, Bedford oder die Röwer XXL-Group, bedeutende Institutionen wie die niedersächsische Staatskanzlei, das Bundesumweltministerium oder die Deutsche Reiterliche Vereinigung. Und immer wieder auch vermeintlich kleine Kunden mit großen Aufgaben in und um Osnabrück und Münster.

In einem „gefühlten Radius” (ist wohl mehr eine Ellipse) von 100 bis 200 km bis nach Ostfriesland und Bremen im Norden, bis nach Hannover und Braunschweig im Osten, bis nach OWL und ins Münsterland im Süden, bis in die Grafschaft und ins Emsland nach Westen und natürlich in Osnabrück selbst hat sich Stiehl/Over als Kreativagentur und Internetagentur einen Namen gemacht.

Was wir uns bewahren, ist die Fähigkeit, groß zu denken – auch für kleine Kunden mit großen Aufgaben oder große Kunden mit kleinen Budgets. Am liebsten für Marken und Mittelständler, für Verbände und Institutionen.

Stiehl/Over – mehr als eine Full-Service Werbeagentur.

Stiehl/Over gegr. 1989 Gesellschaft für Markenkommunikation GWA ist die Kreativagentur, die Marketing und Kommunikation versteht. Unabhängig und inhabergeführt bietet die Gesellschaft für Markenkommunikation aus Osnabrück ihren Kunden Chefberatung sowohl aus der Gründergeneration (Reinhard Stiehl, klassische Werbung) als auch aus der Next Generation (Daniel Over, Online-Marketing). Die Agentur steht in dem Ruf, neben klarer, puristischer Gestaltung einen ausgeprägten Sinn für außergewöhnliche Ideen und ausgezeichnete Texte zu haben. Das Leistungsspektrum der Full-Service-Agentur umfasst Klassische Werbung (Imagekampagnen, Kataloge, Broschüren, Produktanzeigen) , Online-Marketing (Corporate Websites, Redaktionssysteme, Webdesign, Microsites, SEO/SEM, iPhone Apps), Strategische Beratung (Marktanalysen, Vertriebsberatung, Positionierung, Kommunikationskonzepte), Branding (Corporate Identity, Corporate Design, Verpackungs-Gestaltung, Produkt-Design, Logo-Entwicklung) und Öffentlichkeitsarbeit. (PR-Konzepte, PR-Kampagnen, Kundenmagazine, Geschäftsberichte, Newsletter, Sponsoren-Konzepte). Stiehl/Over verfügt zudem über ein hochkarätiges Netzwerk in den Bereichen Design, Marketing, Research und TV-Production.