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„Wenn die Lösung das Problem ist.“ – Der Kommunikations-Papst Paul Watzlawick.

| Reinhard Stiehl

Bekannt geworden ist er vor allem durch seine Paradoxien, zum Beispiel: „In der Wahl seiner Eltern kann man nicht vorsichtig genug sein.“ Aber auch die kleinen Geschichten aus seinem Meisterwerk „Anleitung zum Unglücklichsein“ haben es in sich: „Ein Mann klatscht alle zehn Sekunden in die Hände. Nach dem Grund für dieses merkwürdige Verhalten befragt, erklärt er: ‚Um die Elefanten zu verscheuchen.’ Auf den Hinweis, es gebe hier doch gar keine Elefanten, antwortet der Mann: ‚Na, also! Sehen Sie?’“

Für den Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick ist die Wirklichkeit nur das, was wir aus ihr machen. Ob ein Glas halbvoll oder halbleer ist, hängt ausschließlich vom Betrachter ab. Jeder ist der Konstrukteur seiner eigenen Realität. Und Watzlawick ein bekennender Konstruktivist.
GlasEin halbvolles und ein halbleeres Glas.

Interessant werden seine Theorien vor allem in der Kommunikation zwischen Menschen – ob in der Partnerschaft, am Arbeitsplatz oder in der Nachbarschaft:

„Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s mir wirklich. Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er ‚Guten Tag’ sagen kann, schreit ihn unser Mann an: ‚Wissen Sie was, behalten Sie doch Ihren Hammer.“

Auch „Die Geschichte mit dem Hammer“ stammt aus Watzlawicks Bestseller „Anleitung zum Unglücklichsein“, den er eigentlich nur als Gegenentwurf zu den vielen „How To …“-Ratgebern in den USA geschrieben hat: „Wie man glücklicher wird …“, Wie man seine Ziele schneller erreicht …“, „Wie man seine Kinder besser erzieht …“ usw. – Das Buch wird gerade von der Regisseurin Sherry Horman verfilmt, u.a. mit Johanna Wokalek, Iris Berben und David Kross, und kommt im Oktober in die Kinos.

Watzlawick war Österreicher, vor 87 Jahren in Villach (Kärnten) geboren und vor 5 Jahren in Palo Alto (Kalifornien) gestorben, wo er seit 1960 lebte und arbeitete.

Zur Psychologie kam er durch Carl Gustav Jung. Und zu C.G. Jung kam er durch einen Zufall. Der frisch promovierte Dr. phil Watzlawick ging in Zürich spazieren. Plötzlich begann es zu regnen und er flüchtete sich in ein Café. Dort las er zufällig in der Zeitung einen Artikel über das C.G. Jung-Institut in Zürich und entschloss sich, dort eine Ausbildung zum Analytiker zu absolvieren, die er 1954 mit Erfolg abschloss.

Diese Haltung, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und der eigenen Intuition zu folgen, „seines eigenen Glückes Schmied“ zu sein, prägte seine gesamte Laufbahn. Immer in der Erkenntnis, dass der Mensch ebenso gut seines eigenen Unglückes Schmied sein kann. (Siehe „Die Geschichte mit dem Hammer.“)

Berühmt wurde Watzlawick vor allem durch seine Kommunikationstheorien, die heute Grundlage für Psychologen, Kommunikationsberater, Coaches und Personaltrainer sind: die fünf Axiome der Kommunikation.

Man kann nicht nicht kommunizieren.

Das hat beinahe jeder schon einmal gehört. Bedeutet: Auch wer nicht redet, kommuniziert. Mit Mimik und Gestik, also non-verbal.

Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei Letzterer den Ersteren bestimmt.

Das zweite Axiom ist schon schwieriger und klingt irgendwie nach Logik. Stimmt: Psycho-Logik. Sachebene und Beziehungsebene. Eisbergmodell. Auch schon mal irgendwo gehört. 20% Sach- und 80% Beziehungsebene. Letztere nicht sichtbar, weil unter dem Wasserspiegel, aber umso gefährlicher, weil entscheidend in der menschlichen Kommunikation. Da sind schon viele Gespräche auf Grundeis gelaufen und Beziehungen gekentert. Privat wie beruflich. Die Forderung, sachlich zu bleiben, ist allein schon verdächtig, weil es dann in Wahrheit um die Beziehungsebene geht.

Danach wird es kompliziert:

Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.

Drittes Axiom.

Lässt sich am besten an einem Beispiel erklären: Die Frau nörgelt. Der Mann zieht sich zurück. Der Mann zieht sich zurück, weil die Frau nörgelt. Die Frau nörgelt, weil der Mann sich zurückzieht. Der Mann zieht sich zurück, weil die Frau nörgelt … usw.

Interpunktion meint, dass jeder Beteiligte einen Gesprächsablauf aus seiner Sicht strukturiert und die „Interpunktion“ (also Anfang und Ende, aber auch Ursache und Wirkung) unterschiedlich setzt. Menschliche Kommunikation verläuft kreisförmig. Deshalb hat man bei Auseinandersetzungen auch so oft das Gefühl, sich im Kreis zu drehen. Ein (Teufels-)Kreis, den man nur selbst durchbrechen kann, in dem man seine eigene Perspektive verändert. Solange man dies von dem anderen erwartet, ändert sich nichts.

Geht der Mann auf die Frau zu, hört sie auf zu nörgeln. Hört die Frau auf zu nörgeln, geht der Mann auf sie zu.

Viertes Axiom:

Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten.

Achtung: Als Watzlawick dies feststellte, gab es noch keine Computer und kein Internet. Mit digital und analog sind hier also nicht Technologien oder Medien gemeint, sondern die verbale (= digitale) und die non-verbale (= analoge) Kommunikation.

Verbal geben wir unserer Kommunikation eine Syntax (Grammatik), aber noch keine Bedeutung (Semantik). Das passiert erst non-verbal. Beispiel: Tränen können sowohl Schmerz als auch Freude ausdrücken; ein Lächeln kann sympathisch oder verachtend sein. Erst durch die non-verbale Kommunikation, also Mimik und Gestik, bekommen Tränen und Lächeln eine Bedeutung. Frei nach Friedrich Nietzsche: „Man lügt wohl mit dem Munde; aber mit dem Maule, das man dabei macht, sagt man doch noch die Wahrheit.“

Zu guter Letzt:

Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär.

Fünftes Axiom. Klingt schlimmer als es ist. Und bedeutet nichts anderes als „Gegensätze ziehen sich an“ (komplementär) oder „Gleich und Gleich gesellt sich gern“ (symmetrisch).

Als Psychologe – er entwickelte seine fünf Axiome als systemischer Familientherapeut – wusste Watzlawick, dass es in der komplementären Kommunikation immer einen Überlegenen und einen Unterlegenen gibt, während die symetrische Kommunikation „auf Augenhöhe“ stattfindet.

Dabei geht es in der komplementären Kommunikation nicht um stärker oder schwächer, besser oder schlechter – beide Beteiligte, der Überlegene wie der Unterlegene, bedingen einander und ergänzen sich wechselseitig. Der Co-Abhängige braucht den Abhängigen – und umgekehrt. Auch wenn es nach außen hin scheinbar ein Ungleichgewicht in der komplementären Beziehung gibt, „funktioniert“ dieses Abhängigkeits-System nur auf Gegenseitigkeit. Gibt einer seine Rolle auf, kann der andere sie nicht mehr spielen. (Siehe auch „Drittes Axiom“!)

Aber auch die symmetrische Kommunikation birgt Gefahren, wenn der eine den anderen (gleichwertigen) Partner ausstechen will. Zwei Egomanen auf Augenhöhe – und das Drama nimmt seinen Lauf.

Die meisten Beziehungen, ob privat oder beruflich, sind komplementär. Man fragt sich, wie der Mann es mit der Frau aushält, die ihn ständig bevormundet. Oder die Kollegin mit dem Kollegen, der sie für sich arbeiten lässt und hinterher selbst die Lorbeeren erntet. Watzlawick würde antworten: deshalb! Beide bedingen einander und ergänzen sich wechselseitig. (Fünftes Axiom.)

Paul Watzlawick war selbst der lebende Beweis für seine fünf Axiome. Wäre er nicht der charmante, eloquente und stilvolle Herr gewesen – seine Theorien hätten nur halb so viel (oder halb so wenig?) Zuhörer und Anhänger gefunden. Es ist eine Freude ihm zuzuhören: sein verschmitztes Lächeln, wenn er wieder eine Geschichte erzählt oder einen Witz, um seine Theorie an einem Beispiel zu erklären.

Die wichtigste Erkenntnis, neben den fünf Axiomen, ist wohl die, dass wir dazu neigen, (vorgefertigte) Lösungen zu produzieren, die zum Problem werden können. Nehmen Sie ein Depressiven (… so würde Watzlawick sein Beispiel einleiten): Für ihn ist alles grau in grau und das ganze Leben eine einzige Last. Und was machen wir? Wir versuchen ihn aufzumuntern. Schau, die Welt ist bunt und das Leben kann so schön sein. Was passiert? Der Depressive stürzt in noch tiefere Depressionen, weil er nun auch noch das Gefühl hat, er macht alles falsch. Die (vermeintliche) Lösung wird zum Problem.

Dass der Mensch ein scheinbar kompliziertes Problem am besten löst, wenn er sich dabei von vorgefertigten (vermeintlichen) Lösungen löst, zeigt das klassische 9-Punkte-Problem – und seine Lösung. Paul Watzlawicks beliebtestes Beispiel, wenn es darum ging, aufzuzeigen, dass wir oft zuerst die Rahmenbedingungen verändern müssen, um zu einer Lösung zu kommen, weil die Lösung nicht selten unseren Rahmen sprengt.

Verbinden Sie die 9 Punkte mit einem Stift durch vier gerade Linien, ohne den Stift abzusetzen! Noch keiner ist von selbst darauf gekommen, aber wenn man es weiß, ist es ganz einfach: zur Lösung.

Mit anderen (Watzlawicks) Worten: „Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.“


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Unsere Werbeagentur existiert seit mehr als 20 Jahren. Am Anfang waren wir die Agentur, die „sich mit großen Ideen für kleine Kunden bei größeren Kunden ein klein wenig ins Gerede bringt“, wie es Professor Dieter Urban in einem Artikel der Fachzeitschrift „Novum“ einmal so charmant formulierte. Auf die kleinen Kunden der Gründerzeit folgten große Marken wie Lloyd, Kettler oder Poggenpohl, mittelständische Marktführer wie die Winkhaus-Gruppe, Schmitz Cargobull oder die Meurer-Gruppe, lokale Größen wie die Piepenbrock Unternehmensgruppe, Bedford oder die Röwer XXL-Group, bedeutende Institutionen wie die niedersächsische Staatskanzlei, das Bundesumweltministerium oder die Deutsche Reiterliche Vereinigung. Und immer wieder auch vermeintlich kleine Kunden mit großen Aufgaben in und um Osnabrück und Münster.

In einem „gefühlten Radius” (ist wohl mehr eine Ellipse) von 100 bis 200 km bis nach Ostfriesland und Bremen im Norden, bis nach Hannover und Braunschweig im Osten, bis nach OWL und ins Münsterland im Süden, bis in die Grafschaft und ins Emsland nach Westen und natürlich in Osnabrück selbst hat sich Stiehl/Over als Kreativagentur und Internetagentur einen Namen gemacht.

Was wir uns bewahren, ist die Fähigkeit, groß zu denken – auch für kleine Kunden mit großen Aufgaben oder große Kunden mit kleinen Budgets. Am liebsten für Marken und Mittelständler, für Verbände und Institutionen.

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