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„Fitz“ für Väter und Familien: der dänische Therapeut Jesper Juul.

| Reinhard Stiehl

Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an die ZDF-Krimiserie „Für alle Fälle Fitz“, in dessen Mittelpunkt der schwergewichtige Psychologe und Profiler Edward „Fitz“ Fitzgerald stand. Der dänische Familientherapeut Jesper Juul sieht aus wie ein Abbild von „Fitz“. Juul berät aber nicht die Mordkommission bei der Aufklärung von abgründigen Tötungsdelikten, sondern Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder, was mitunter nicht weniger spannend ist.

Jesper JuulJesper Juul (Foto: Vanja Vucovic)

Jesper Juul ist schon rein äußerlich der Anti-Typ zum Fahnenjunker und Bundesverdienstkreuzträger Bernhard Bueb („Lob der Disziplin“) oder zum Hundefreund und Psychotechnokraten Michael Winterhoff („Warum unsere Kinder Tyrannen werden“). Juul ist adipös (fettleibig) und er lobt weder die Disziplin noch hält er Kinder für Tyrannen. Bueb, Winterhoff, die Super-Nanny und zuletzt Amy Chua („Die Mutter des Erfolgs“) stehen heute für die Wiedergeburt der strengen Erziehung, um nicht zu sagen: für die Abrichtung der Kinder. Die ist unter dem Vorwand, nur das Beste für die Kinder zu wollen und sie zu lebenstüchtigen Erwachsenen heranzuziehen wieder überall salonfähig geworden.

Jesper Juul ist gegen strenge Erziehung. Er ist überhaupt gegen Erziehung. Er wisse gar nicht, was das sei: Erziehung. Nein, Jesper Juul ist auch nicht für die antiautoritäre Erziehung. Er hält die antiautoritäre Erziehung in Wahrheit für autoritär: „Besuchen Sie eine Waldorf-Schule oder einen Montessori-Kindergarten, die sind beinhart.“

Beziehung statt Erziehung

Der dänische Familientherapeut setzt Beziehung an die Stelle von Erziehung. Und die Beziehung zwischen vielen Eltern und ihren Kindern hält er für gestört – nicht zuletzt, weil die Beziehung zwischen den Eltern selbst gestört ist. Heute seien Eltern nicht mehr Väter und Mütter, sondern verhielten sich wie Pädagogen gegenüber ihren Kindern. Kinder würden das Projekt vieler Eltern und die Eltern schauten nicht mehr darauf, wie es ihrem Kind gehe, sondern nur noch, wie es sich verhalte. Ist das Verhalten des Kindes in Ordnung, d.h. den Normen entsprechend, gelte das Projekt „Kind“ als erfolgreich. Diese Normen reduzierten sich dabei nicht selten auf die Zensuren in der Schule, den Sieg bei der Mathe-Olympiade oder „Jugend musiziert“. Wie es dem Kind dabei gehe, spiele keine Rolle, solange es sich wie gewünscht verhalte.

The Hurting„The Hurting“ – Ausschnitt aus dem Cover des gleichnamigen Albums der Band „Tears for Fears“

Tauchten Probleme auf, griffen Eltern und Lehrer gerne zu einem „Mehr“ an Erziehung: mehr Disziplin, mehr Konsequenz, mehr fördern & fordern, von Ergo-, Logo-, Psycho- u.a. Therapien bis zu Medikamenten wie Ritalin o.ä. – Jesper Juul ist ein Vertreter von „weniger ist mehr“. Er fordert mehr elternfreie Zeiten für die Kinder. Und mehr Gelassenheit von den Eltern. Er will das Selbstvertrauen und die Eigenverantwortlichkeit von Kindern fördern. Eltern seien heute die Projektmanager ihrer Kinder, sie organisierten und verplanten den gesamten Tag mit Aktivitäten. Und: Eltern versuchten dabei gleichzeitig, sämtliche Probleme von ihren Kindern fernzuhalten. Juul nennt sie „Curling-Eltern“ – wie beim Eisstockschießen (Curling) schrubbten sie alles weg, was ihren Kindern im Weg stehen könnte. Auf der Stecke blieben die Fähigkeit, mit Problemen selbst fertig zu werden und eigene Entscheidungen treffen zu können.

Jesper Juul scheut auch vor unpopulären, besser: politisch unkorrekten Meinungsäußerungen nicht zurück. Während in Deutschland um den Ausbau der KiTa-Plätze gekämpft wird, spricht Juul sich dafür aus, dass ein Kind in den ersten drei Lebensjahren bei der Mutter oder dem Vater zuhause bleiben solle. Die meisten Kinder fühlten sich zwar wohl in der KiTa, aber jedes fünfte Kind leide unter Trennungs- und Verlustängsten.

Frauen sind schuld. Männer zu schwach.

Noch mehr Sorgen bereitet Juul, dass Kinder in sämtlichen pädagogischen Einrichtungen, besonders im Kindergarten und der Grundschule, fast ausschließlich mit Frauen zusammen sind. Frauen seien aber meistens nicht in der Lage, mit der Aggressivität von Jungen umzugehen. Das passe nicht in ihr weibliches Wertesystem. Frauen seien auf Ausgleich bedacht, während für Jungen das körperliche Austragen von Konflikten und der fortwährende Kampf um die Hierarchie wesentlich, d.h. ihrem Wesen entsprechend sei.

Die meisten Mütter sind lt. Juul heute auch dann alleinerziehend, wenn sie noch mit dem Vater der Kinder zusammenleben. Ein Mütter-Chauvinismus, bei dem der Mann nur im Wege stehe. „Wenn ich Mütter in einer Gesprächsgruppe betreue … dann heißt es in Deutschland … meistens: Mein Name ist Julia, ich habe drei Kinder.“ Juul frage dann immer zurück: „Haben Sie die alleine?“ Die Antwort laute dann oft: „Mein Mann ist viel weg.“

Es sei viel von der vaterlosen Generation die Rede. Damit seien aber nicht die Nachkriegsgenerationen sondern die heutigen Kinder und Jugendlichen gemeint. Moderne Väter flüchteten sich in ihre Arbeit und überließen den Frauen die Erziehung der Kinder. Da Männer keine brauchbaren Vorbilder für eine andere als die traditionelle Vaterrolle hätten, täten sie sich schwer, eine eigene Identität als Vater zu entwickeln. „Neue Väter“ seien heute weitgehend ein Synonym für Männer, die sich lediglich den Wünschen und Vorstellungen ihrer Frauen anpassten: zuhause bleiben, Windeln wechseln , Kinder füttern. Sie riskierten dabei sogar den Verlust ihrer männlichen Attraktivität gegenüber ihrer Partnerin und seien zudem schlechte männliche Vorbilder für ihre eigenen Söhne und Töchter.

Vater sein dagegen sehr.

Jesper Juul rät den Vätern, die Bindung zu ihren Kinder nicht zu verlieren. Das räche sich spätestens in der Pubertät, wenn vor allem die Söhne, aber auch die Töchter ihren Vater ganz besonders bräuchten. Als Vorbild, als Leitbild, als Idealbild. Und nicht als Abbild der Mutter. Juul ist überzeugt, dass nicht nur die Kinder, sondern auch die Väter von einer stolzen, selbstbewussten und männlichen Vaterrolle profitieren. Für die Beziehung von Männern und Frauen, aber auch die von Eltern und ihren Kindern hat er einen eigenen Begriff geprägt: Gleichwürdigkeit.

Sohn und VaterSohn und Vater (Foto: Jana Lange)

Statt einer Subjekt-Objekt-Beziehung baut Gleichwürdigkeit auf eine Subjekt-Subjekt-Beziehung, die von gegenseitigem Respekt und Fürsorge getragen ist. Gleichwürdigkeit in der Eltern-Kind-Beziehung bedeutet nach Juul Führung ohne Macht.

Sein jüngstes Buch hat er gemeinsam mit anderen Autoren, darunter Peter Hoeg („Fräulien Smillas Gespür für Schnee“), zum Thema Empathie geschrieben: „Miteinander. Was Kinder stark macht.“ Die wohl wichtigste Aussage darin lautet: „Statt Kindern Grenzen zu setzen, kommt es darauf an, sie ihren Mitmenschen gegenüber zu öffnen.“ Herzensbildung statt Numerus Clausus. Das Buch gegen die sogenannte Entsolidarisierung ist sicher ebenso zu empfehlen wie die zahlreichen anderen Bücher von Jesper Juul.

Leider inflationieren sie gerade und teilen damit womöglich das Schicksal vieler zweitklassiger Erziehungs-Ratgeber: nicht gelesen zu werden. Vielleicht sind sie aber auch die passende Antwort auf die aktuelle Jugend-Studie des Sinus-Instituts und bilden ein Gegengewicht zu all den drahtigen Super-Nannys dieser Welt. Schwer genug wiegen sie ja, die Ansichten des Dänen, der – ganz wie sein look-alike „Fitz“– selbst auch eine Masse Mensch ist.


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Unsere Werbeagentur existiert seit mehr als 20 Jahren. Am Anfang waren wir die Agentur, die „sich mit großen Ideen für kleine Kunden bei größeren Kunden ein klein wenig ins Gerede bringt“, wie es Professor Dieter Urban in einem Artikel der Fachzeitschrift „Novum“ einmal so charmant formulierte. Auf die kleinen Kunden der Gründerzeit folgten große Marken wie Lloyd, Kettler oder Poggenpohl, mittelständische Marktführer wie die Winkhaus-Gruppe, Schmitz Cargobull oder die Meurer-Gruppe, lokale Größen wie die Piepenbrock Unternehmensgruppe, Bedford oder die Röwer XXL-Group, bedeutende Institutionen wie die niedersächsische Staatskanzlei, das Bundesumweltministerium oder die Deutsche Reiterliche Vereinigung. Und immer wieder auch vermeintlich kleine Kunden mit großen Aufgaben in und um Osnabrück und Münster.

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Was wir uns bewahren, ist die Fähigkeit, groß zu denken – auch für kleine Kunden mit großen Aufgaben oder große Kunden mit kleinen Budgets. Am liebsten für Marken und Mittelständler, für Verbände und Institutionen.

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