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Die neue ZDF-Mini-Serie „Verbrechen nach Ferdinand von Schirach“ ist selbst eines!

| Reinhard Stiehl

Wenn es einen Regisseur gab, dem er die Verfilmung seiner Bücher zutraute, dann war es Tom Ford. „Ich weiß nicht, ob er auch Gewalt kann“, schrieb Ferdinand von Schirach kurz nach der Veröffentlichung seines Romans „Der Fall Collini“. Mittlerweile haben sich Doris Dörrie als Regisseurin und Oliver Berben als Produzent an der Verfilmung ausgewählter Schirach-Geschichten aus seinem ersten Bestseller „Verbrechen“ versucht. Beide sind gescheitert.

Schon die mit erheblichem Aufwand geschaltete Werbung ist schlecht. „Verbrechen, die unter die Haut gehen“, heißt es in der Anzeige des ZDF und zu sehen ist ein Oberarm-Tattoo, das wiederum einen jungen Mann mit einer Axt zeigt, der im Garten von hinten eine junge Frau zu erschlagen droht, die gerade im Beet kniet. Diese Anspielung auf die Erzählung „Fähner“ ist auch deshalb schlecht, weil sie falsch ist, denn in „Fähner“ erschlägt ein alter Mann seine alte Frau, die ihn ein ganzes Eheleben lang tyrannisiert hat. Und: Er erschlägt sie im Keller, und zwar von vorn.

Viel schlimmer: Wenn etwas „unter die Haut geht“, dann sind damit nicht die Hautschichten gemeint, die beim Tätowieren eingefärbt werden, sondern unsere Seele, die berührt wird.

Effekthascherei

Und genau hier liegt der Unterschied zwischen den Erzählungen von Ferdinand von Schirach und dieser sogenannten „Mini-Serie“ des ZDF. Seine Geschichten gehen unter die Haut. Die Verfilmung kratzt nicht einmal an der Oberfläche. Was jetzt vielerorts als nie da gewesene Film-Ästhetik gefeiert wird, ist nichts weiter als die Aneinanderreihung billiger Retusche-Tricks aus der Post-Produktions-Kiste, die weder die Handlung noch die Schauspieler zur Geltung kommen lässt, geschweige denn der Vorlage gerecht wird. Effekthascherei, die nicht berührt. Nichts, wovon man sofort jedem, der es (nicht) hören will, am nächsten Tag erzählen muss. Was man bei Tom Ford und seiner Romanverfilmung von „A Single Man“ (völlig zu Unrecht) befürchtet hatte, das passiert jetzt an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen im ZDF: jeweils zwei 45minütige Video-Clips, die (auch das noch) ein jüngeres Publikum ansprechen sollen. Die ersten beiden, „Fähner“ und „Tanatas Teeschale“, haben wir (Stand heute) hinter uns – vier weitere stehen noch aus.

Die Quoten der ersten beiden Folgen sind nicht schlecht, aber noch nicht so gut wie die des ebenso beliebten wie bräsigen „Inspector Barnaby“. Von wirklich fesselnden Serien auf diesem Sendeplatz wie einst „Für alle Fälle Fitz“ oder zuletzt „Der Adler“ gar nicht zu reden!

Verstehe ich die moderne Filmsprache von Oliver Berbens „Verbrechen“ etwa nicht oder bin ich schon zu alt für diese „grandiose Produktion“ (meedia)? Gehöre ich womöglich zu den Unverbesserlichen, die die Erzählungen von Ferdinand von Schirach für unverfilmbar halten?

Weder noch.

Schirach selbst kokettiert überall damit, dass er seine Geschichten wahrscheinlich in Schwarz-Weiß, mit wenig Handlung und sparsamen Dialogen verfilmt hätte. Filme, die dann nachts auf ARTE von 400 Zuschauern gesehen worden wären. Der Schriftsteller ist ein bekennender Anhänger der Coen-Brüder und des Schwarz-Weiß-Films „The Man Who Wasn’t There“ („Der unauffällige Mr. Crane“). Der Film aus dem Jahr 2001 mit Billy Bob Thornton in der Hauptrolle spielte seine Produktionskosten erwartungsgemäß nicht wieder ein, gewann dafür aber zahlreiche Preise, u.a. bei den Filmfestspielen in Cannes.

Damit wäre beim ZDF kein Staat zu machen gewesen. Deshalb überließ Schirach lieber dem erfolgsverwöhnten Produzenten Oliver Berben die Verfilmung seiner Erzählungen. Mit der ZDF-Mini-Serie tut sich der Schriftsteller damit aber ebenso wenig einen Gefallen wie zuvor mit dem konventionellen Kinofilm „Glück“ von Doris Dörrie, der auch auf einer Geschichte aus „Verbrechen“ basierte und an den Kinokassen floppte.

Man wundert sich, warum ein auch international so erfolgreicher und anerkannter Autor nicht auf einen Regisseur vom Format eines Tom Ford zurückgreift und ihn einfach fragt, ob er auch Gewalt kann. (Ich bin sicher, er kann! Vor allem kann er das, was die Marke „Schirach“ ausmacht: Stil.)

Oder wie wäre es mit Ulrich Seidl, dessen Filmsprache – siehe Paradies-Trilogie – Schirachs Geschichten auf ganz eigene Art bereichern würden.

Wirklich überzeugt von dem, was da im ZDF mit seinem geistigen Eigentum passiert, wirkt der Autor jedenfalls nicht. Eher höflich abwartend und distanziert ironisch. Zwar lässt er keine Gelegenheit aus, den „Machern“ ihre Professionalität zu bescheinigen, aber das klingt in etwa so als würde er einen Handwerker loben, der seinen verstopften Abfluss fachgerecht repariert hat. Etwas, das Schirach selbst auch nicht kann.

Mit der ZDF-Mini-Serie ist er jedenfalls schlecht beraten und man kann nur hoffen, dass er bzw. sein Verlag die Filmrechte für seinen zweiten Erzählband „Schuld“ nicht nur unter kommerziellen Gesichtspunkten vermarktet.

Entzaubert

Durch die ZDF-Verfilmungen verlieren Schirachs Geschichten den Zauber, der sie eigentlich ausmacht. Lesen Sie dazu hier noch einmal seine Fähner-Geschichte aus „Verbrechen“, lesen Sie zuerst die Geschichte, kaufen Sie danach das Buch – und ersparen Sie sich die Verfilmung!


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