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Die Kunst der Buchführung – Edward Hoppers Ledger-Books

| Reinhard Stiehl

Konto-Bücher, engl. Ledger-Books, dienen seit Jahrhunderten dazu, Einnahmen und Ausgaben fein säuberlich mit einem Bleistift zu notieren. Josephine N. Hopper, genannt „Jo“, nutzte sie für die Buchführung über die Verkäufe ihres malenden Mannes; und der skizzierte dazu mit spitzer Feder, was man gerade verkauft hatte: die Bilder des wohl berühmtesten Malers der USA. Die legendären Ledger-Books Edward Hoppers sind gerade im Verlag Schirmer-Mosel erschienen. Eine lohnende Investition – nicht nur für Buchhalter.

Raten Sie, auf welches Bild von Edward Hopper die folgende Beschreibung zutrifft:

„Nacht & leuchtendes Inneres von billigem Restaurant. Glänzende Möbelstücke: Kirschholztheke und Sitzflächen der Barhocker rings-um; Lichtflecken auf Metallbehältern dahinter rechts; leuchtender Streifen jadegrüner Kacheln ¾ quer über die Leinwand – am unteren Rand der Glasscheibe von gekurvtem Fenster und Theke. Helle Wände, stumpf ockergelbe Tür zur Küche rechts. Sehr gut aussehender blonder junger Mann in Weiß (Jacke, Kappe) innerhalb Theke. Junge Frau in roter Bluse, braunes Haar, isst Sandwich. Männlicher Nachtschwärmer (Hakennase) in dunklem Anzug, stahlgrauer Hut, schwarzes Band, blaues Hemd (makellos), hält Zigarette. Andere Figur dunkler, finsterer Rücken – links. Draußen heller Bürgersteig, blass grünlich. Gegenüber alte Häuser, dunkelroter Backstein. Werbeschild entlang Dach des Restaurants, dunkel – Phillies 5 ¢-Zigarre, Bild von Zigarre. Außenseite des Lokals dunkelgrün. Man beachte: Stück heller Decke im Innern an vorragender Fensterecke, vor Dunkel der Straße.“

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So wie oben zitiert beschreibt Josephine Hopper sämtliche Bilder ihres Mannes in den insgesamt 3 Ledger-Books. Edward Hopper war im Vergleich zu seiner Frau sehr viel wortkarger und ergänzte nur:

„Block x und Windsor & Newton-Farben, W. & N.-Zinkweiß, Mohnöl. Englisches Leinen, selbst grundiert.“

Der Künstler ließ lieber seine Bilder für sich sprechen. Und ihre Aussagekraft übertrifft jede noch so ausmalende Beschreibung bei weitem. Nicht immer bemühte seine Frau für ihre Buchführung eine so ausführliche Beschreibung der Gemälde ihres Mannes wie im o.g. Zitat. Manchmal übernimmt sie auch seinen reduzierten Stil. Und ganz selten liefert sie sogar ihre ganz eigene Interpretation gleich mit:

„Sommerabend. 3. Oktober 1947 (Cape Cod Atelier). Winsor & Newton-Farben, Flake White, Leinöl & Terpentin, Sie beharrt auf Heirat.“

Interessant ist dieser letzte Satz auch vor dem Hintergrund, dass Hoppers Frau für fast alle weiblichen Personen in Hoppers Bildern Modell stand.

Edward Hopper – Summer Evening, Oil on Canvas (1947)

Die Zeichnungen Hoppers wirken wie vorbereitende Skizzen der späteren Gemälde, obwohl sie immer erst nach Fertigstellung und kurz vor dem Verkauf der Bilder entstanden sind. Zeichnungen, die aussehen wie Radierungen und selbst kleine Kunstwerke darstellen. (Die tatsächlichen „Sketches“ seiner Gemälde und Aquarelle sind mit Kreide oder Kohle auf Papier gezeichnet und sehr viel rudimentärer.)

Edward Hopper – Summer Evening, Skzizze aus einem Ledger Book (1947), handschriftliche Anmerkungen von Josephine Hopper

Es ist als würde Hopper in den Ledger-Books seine Karriere noch einmal rückwärts laufen lassen, denn zwischen 1915 und 1923, also noch vor seinen ersten großen Erfolgen als Maler in den 30er, 40er und 50er Jahren, fertigte er in erster Linie Radierungen an. Diese lassen aber bereits seinen ausgeprägten Sinn für Licht und Schatten, Perspektiven und Bildkompositionen erkennen.

Edward Hopper – Night Shadows, Radierung (1921)

Sein Erfolg kommt mit Josephine V. Nivison, selbst Malerin, die Hopper schon seit seinem Studium an der New York School of Art (1900 – 1906) kennt und mit der ihn ein langjährige Freundschaft verbindet, bevor die beiden – mit 41 bzw. 40 Jahren – im Sommer 1923 endlich ein Paar werden.

Links: Robert Henri – The Art Student (Miss Josephine Nivison), 1905. Rechts: Edward Hopper – Self-Portrait, 1925-1930.

Bis dahin hatte Hopper 20 Jahre lang nicht von seiner Kunst leben können, sondern von seiner Arbeit als Illustrator für Werbeagenturen, meistens für seinen alten Studienfreund Coles Phillips (Agentur: C. C. Phillips & Co., New York). Und obwohl Hopper streng zwischen seiner Tätigkeit als Illustrator und seinem künstlerischen Werk als Maler und Zeichner trennte, war sein erster Erfolg ausgerechnet eine kommerzielle Illustration:

„Smash the Hun“ aus dem Jahr 1918, eine Titelillustration für die Hauszeitung der „Morse Dry Dock and Repair Company“, im I. Weltkrieg New Yorks größtes Trockendock für amerikanische Kriegsschiffe.

Mit „Jo“, wie Hopper seine Frau Josephine nannte, änderte sich das schlagartig. Hopper konzentrierte sich fortan auf die Malerei. Schon 1924, nach der Hochzeit mit „Jo“, kann er vom Verkauf seiner ersten Aquarelle leben. Auch seine Mitgliedschaft im New Yorker „Whitney Studio Club“, dem Vorläufer des heutigen „Whitney Museum of American Art“, beginnt sich auszuzahlen. In seinem New Yorker Galeristen Frank K. M. Rehn und dem Whitney-Kurator und späteren Museums-Direktor Lloyd Goodrich findet Hopper seine Förderer, die ihn sein gesamtes Künstlerleben lang begleiten.

Edward Hopper – Office at Night, Original und Skizze, 1940

Von nun an malt er fast ausschließlich „Aquarell on Paper“ oder „Oil on Canvas“. In seinem Atelier am Washington Square im Künstlerviertel Greenwich Village entstehen seine berühmten einsamen und melancholischen Bilder, die neben vielen Künstlern auch zahlreiche Regisseure wie Alfred Hitchcock oder Ridley Scott inspirierten. (Kein Wunder, die Zeichnungen in den Ledger-Books wirken wie die Storyboards zu einem Film der „Schwarzen Serie“.)

Bilder, in denen die innere Leere der Menschen eine räumliche Gestalt annimmt, selbst dann, wenn es sich um Landschaftsbilder handelt. Hoppers Anliegen war es nach eigenen Worten „Sonnenlicht auf einer Hauswand zu malen“.

Edward Hopper – Gas, Original und Skizze (1940)

1928 beginnt Josephine Hopper mit den Ledger-Books und listet sämtliche Bilder von Edward Hopper mit ihren bühnenbildartigen Beschreibungen auf: vom ersten verkauften Gemälde „Sailing“ aus dem Jahr 1911 bis 1965 zum letzten Aquarell „Cape Cod Bay“, wo die Hoppers in South Truro einen Landsitz hatten, und dem letzten Ölgemälde „The Two Comedians“, lt. Werkverzeichnis des Whitney-Museums im Privatbesitz von Mr. and Mrs. Frank Sinatra.

Obwohl Edward Hopper als moderner Realist das absolute Gegenteil des abstrakten Expressionisten Jackson Pollock verkörperte, hat er mit Pollock doch eins gemein: beide hätten ohne ihre (selbst künstlerisch ambitionierten) Frauen niemals zu ihrer künstlerischen Größe gefunden. Pollocks Frau Lee Krasner verzichtete ebenso auf ihre eigene Karriere wie Josephine Hopper. Beide spielten die klassische Rolle der starken (Ehe-)Frau hinter dem genialen, aber schwachen (Pollock) oder stillen Künstler (Hopper).

Josephine und Edward Hopper

Die Ledger-Books wären ohne „Jo“ Hopper, die den Nachlass konsequenterweise dem Whitney Museum in New York überließ, niemals entstanden und der Nachwelt erhalten geblieben. Sie starb – 10 Monate nach ihrem Mann – im Jahr 1968. Im reich bebilderten Buch von Schirmer/Mosel werden die Zeichnungen den fertigen Gemälden (und umgekehrt) gegenüber gestellt, wodurch man Hoppers meistens bekannte Bilder neu entdecken und die Buchführung erstmals als eigene Kunstgattung erleben kann.


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