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Der Vielschreiber – Groschenromanautor Martin Barkawitz

| Reinhard Stiehl

Die einfachste Definition für einen Markenartikel lautet: Ein Produkt, das in vergleichbarer Qualität zu vergleichbaren Preisen überall erhältlich ist. Das trifft nicht nur auf Coca Cola, Marlboro oder Mc Donalds zu, sondern auch auf Perry Rhodan, Jerry Cotton und Lassiter. Einer der erfolgreichsten deutschen Autoren des Markenartikels „Groschen-, Schund- oder Heftroman“ ist mein alter Freund Martin Barkawitz.

Martin Barkawitz (50), Romanautor (Foto: Sonia Wohlfarth)

Martin Barkawitz ist eine multiple Persönlichkeit. Mal schlüpft er in die Rolle von Jerry Cotton, dann wieder ist er Jack Slade, Autor der Lassiter-Romane, und ehe man sich versieht, heißt er C.W. Bach, Roger Clement, Nicolas Grave, Mark Hellmann, Henry Raven, William Scott oder Steve Hogan, aber auch Professor Zamorra, Vampira, Reverend Pain, Special Force One und Torn. Und manchmal ist Barkawitz sogar eine Frau: als Carla Jensen hat er die Serie „Kripo Hamburg“ geschrieben und die Ermittlerin Eva Blank erfunden.

Barkawitz-Romane „Kehrwieder“ und „Der Schauermann

Manche dieser Serien- und Autoren-Pseudonyme teilt Martin Barkawitz mit anderen (allein 88 Autoren haben schon Jerry-Cotton-Romane geschrieben), die meisten gehören ihm allein. In jüngster Zeit tritt er immer öfter auch als Martin Barkawitz in Erscheinung: bei seinem neuen Roman „Kehrwieder“ (Blitz-Verlag, Windeck), beim Historien-Krimi „Der Schauermann“ (e-Book-Verlag story2go) oder für die Serie „Soko Hamburg“ (Hopf-Verlag, Petershagen).

Line Extension und Diversifizierung

Die „Player“ in der Heftroman-Branche heißen Bastei-, Cora-, Martin-Kelter- oder Pabel-Moewig-Verlag. Bei Bastei in Köln erscheinen u.a. „Jerry Cotton“, „Lassiter“, „John Sinclair“, „Dr. Stefan Frank“, „Der Bergdoktor“ und die Hedwig-Courths-Maler-Romane.

Der Hamburger Cora-Verlag, eine 100%ige Tochter der kanadischen Harlequin Enterprises, lebt von Liebesromanen: „Julia“, „Romana“, „Bianca“, „Baccara“ usw. usf., alle jeweils noch einmal unterteilt in „Extra“, „Collection“, „Exklusiv“, „Spezial“, „Gold“ u.v.m. – hier kann man lernen, was die Marketing-Instrumente „Line Extension“ und „Diversifizierung“ bedeuten. Hinzu kommt der TV-Roman „Sturm der Liebe“ sowie die angesagten Historical- und Mystery-Serien.

Nicht zu vergessen die Mira-Taschenbuch-Reihe, die wiederum verschiedene Gattungen des Heftromans beinhaltet: Mystery und History, Thriller und Vampire, Romantik und – Erotik!

Arztroman ohne Arzt, aber mit Doktorspielen

Seit dem Siegeszug des S/M-Bestsellers „Shades of Grey“ wird man bei Cora wohl noch größeres Augenmerk auf die Tiffany-Serie legen. Hier erscheinen in der Kategorie „Hot & Sexy“ bereits Romane mit so aussagekräftigen Titeln wie „Glut im Blut“ oder „Gefesselt von Dir.“ Und die Mira-Kategorie „Erotik“ steht da in nichts nach: „Sündige Sommernächte“ oder „Die Maske des Meisters“.

Mira-Taschenbuch

Der SPIEGEL bezeichnete den Bestseller „Shades of Grey“ als Arztroman ohne Arzt, dafür aber mit reichlich Doktorspielchen. Für die Mira-Erotik-Leserinnen sind solche Spielchen längst kalter Kaffee.

Allerdings hat „Shades of Grey“ endlich einen Markt aufgebrochen, der in Deutschland bisher nur ein Schattendasein führte: die E-Books. In den USA verkauft amazon bereits mehr E-Books als gedruckte Bücher. Durch „Shades of Grey“ dürfte dieser Markt nun auch in Deutschland wachsen. Insbesondere Romane mit schlüpfrigen Inhalten müssen nun nicht einmal mehr per Versand bestellt werden. Runterladen und rein ins Vergnügen!

Spuren der Vergangenheit, Emilie Richards-Verfilmung im ZDF

Die Zweitverwertung über Film und Fernsehen funktioniert dagegen schon seit Jahren sehr gut. 20 Titel des Cora-Stars Emilie Richards, die sich als Julia-Autorin einen Namen in ihrer Zielgruppe gemacht hat, dienen seit 2009 als Drehbuchvorlagen für die ZDF-Sonntagsfilme mit regelmäßig über 5 Mio ZuschauerInnen. 98% der Cora-Kundschaft sind Frauen, jede dritte Leserin ist unter 30.

Jährlich erscheinen allein in Deutschland 800 neue Cora-Romane, 15 Millionen davon werden hierzulande pro Jahr verkauft – nicht im klassischen Buchhandel (Ausnahme: Bahnhofsbuchhandlungen), sondern am Kiosk oder im Supermarkt. Martin Barkawitz, der Vielschreiber, heißt bei Cora übrigens Steve Hogan und steuert die Mystery-Romane und Mystery-Thriller zum Verlagsprogramm bei.

Steve Hogan alias Martin Barkawitz

Für den Martin-Kelter-Verlag schlüpft Barkawitz in die Rolle der Heimat-Autorin Christel Brunner und schreibt bei den Serien „Gaslicht“ und „Heimatglocken“ mit. Außerdem stammen viele hundert „Wahre Geschichten“ in den True-Story-Magazinen „Meine Wahrheit“ und „Meine Gefühle“ von ihm. Geschichten mit Titeln wie „Mein Mann ruinierte uns mit Sportwetten“ oder „Ich wurde von meinem Chef geschwängert“.

Nur für den Pabel-Moewig-Verlag – hier erscheinen „Perry Rhodan“ und die ebenso umstrittenen wie legendären „Landser“-Hefte – war Barkawitz bisher noch nicht tätig.

Wie wird man Heftromanautor?

Martin Barkwitz (50) bezeichnet sich selbst als „Spätberufenen“. Nach einer kaufmännischen Lehre und verschiedenen Jobs sowie „diversen Arten des Leistungsbezugs beim Arbeitsamt“ (Barkawitz) verschlug das Studium der Literaturwissenschaft und Soziologie den gebürtigen Hamburger mit einem Hochbegabten-Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung an die Universität Osnabrück. In Osnabrück lebt er noch heute. Seine Magisterarbeit schrieb er über den Vampirjäger „John Sinclair“. Der Bastei-Verlag war der erste, der ihm 1997 eine Chance als Autor gab.

Der Jerry-Cotton-Roman 2098 „Kugeln für die Country-Queen“ war Barkawitz‘ erster, viele sollten folgen.

Seit 1997 ist Barkawitz hauptberuflicher Autor („auch ganz offiziell dem Finanzamt gegenüber“) und hat bisher ca. 150 Romane geschrieben, deren verkaufte Auflage die Millionengrenze längst überschritten haben dürfte. „So genau kann man das alles nicht mehr nachvollziehen.“

„Schundromane“ zu schreiben ist für ihn kein Problem. Die seitenlange Beschreibung seelischer Befindlichkeiten findet er „eher langweilig“. – „Ich schreibe das, was ich selbst gerne lesen würde: Krimi, Western, Grusel, Fantasy – die ganze Palette.“ Die wechselnden Pseudonyme bereiten Barkawitz weder Identitäts- noch Ego-Probleme. „Wenn ein Pseudonym gefragt ist, dann schreibe ich eben unter Pseudonym. Ich passe mich immer den Wünschen der Verlage an.“

Was verdient man als Heftromanautor?

Der typische Heftroman ist 65 Seiten lang. Der Autor liefert sogenannte Normseiten ab, das sind 30 Zeilen à 60 Zeichen (1.800 Zeichen pro Seite). Für einen Heftroman braucht es 130 Normseiten. Dafür braucht ein erfahrener Autor eine, max. zwei Wochen.

Anfänger erhalten zwischen 600 und 1.000 Euro pro Roman. Für erfahrene Autoren wie Martin Barkawitz ist die Skala nach oben offener, aber nicht unbegrenzt. „Reich wird man damit nicht, aber man kann gut davon leben.“ Das tut er seit mittlerweile 15 Jahren und hat nicht vor damit aufzuhören.

Martin Barkawitz ist ein Vielschreiber. Er mag diese Bezeichnung, sie stammt von Thomas Knip, dem e-book-Verleger seines Hamburger History-Thrillers „Der Schauermann“. Neben dem Vielschreiber gibt es für Knip noch die Kategorien „Literat“ (brotloser Künstler) und „Glückspilz“ (Bestseller-Autor). „Glückspilz“ wäre Barkawitz bestimmt gerne, „Literat“ wohl weniger.

Barkawitz-Vorbild Helmut Rellergerd (Jason Dark)

Auch Karl May war ein Vielschreiber, aber Barkawitz’ Vorbild ist ein anderer: Helmut Rellergerd, besser bekannt unter Jason Dark, Erfinder und (offizieller) Autor des Geisterjägers „John Sinclair“. Rellergard ist einer der meistgelesenen Heftromanautoren Deutschlands. Aber kaum einer kennt ihn. Wie Rellergard führt auch Barkawitz ein unauffälliges Leben. Seine Leidenschaft ist seit einigen Jahren das Fechten. Er macht gerade den Trainerschein.

Martin Barkawitz schreibt keine Literatur, er produziert Romane – immer nach dem gleichen Schema. Das Publikum kauft die Heftromane wie Haribotüten. Da weiß man, was man hat. Und wenn man nicht immer das gleiche will, kauft man eben „Color-Rado“, die gemischte Tüte. Aber es muss Haribo drauf stehen. Bei Barkawitz steht Jerry Cotton drauf. Ein Markenartikel.


Stiehl/Over – Werbeagentur Internetagentur Osnabrück / Münster / Bielefeld / Emsland / Niedersachsen

Wenn klassische Werbung und Online-Marketing sich sinnvoll ergänzen, wenn aus kompromissloser Kreativität erfolgreiche Kommunikation wird, wenn man außer guten Ideen auch einen gemeinsamen Humor entwickelt, dann sind Sie bei Stiehl/Over. Wir sind keine 100-Mann-Werbeagentur, wir sitzen in keiner Werbemetropole, wir gehören keinem internationalen Network an. Die einzige Chance, besser zu sein als unser Wettbewerb ist die bessere Idee.

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Unsere Werbeagentur existiert seit mehr als 20 Jahren. Am Anfang waren wir die Agentur, die „sich mit großen Ideen für kleine Kunden bei größeren Kunden ein klein wenig ins Gerede bringt“, wie es Professor Dieter Urban in einem Artikel der Fachzeitschrift „Novum“ einmal so charmant formulierte. Auf die kleinen Kunden der Gründerzeit folgten große Marken wie Lloyd, Kettler oder Poggenpohl, mittelständische Marktführer wie die Winkhaus-Gruppe, Schmitz Cargobull oder die Meurer-Gruppe, lokale Größen wie die Piepenbrock Unternehmensgruppe, Bedford oder die Röwer XXL-Group, bedeutende Institutionen wie die niedersächsische Staatskanzlei, das Bundesumweltministerium oder die Deutsche Reiterliche Vereinigung. Und immer wieder auch vermeintlich kleine Kunden mit großen Aufgaben in und um Osnabrück und Münster.

In einem „gefühlten Radius” (ist wohl mehr eine Ellipse) von 100 bis 200 km bis nach Ostfriesland und Bremen im Norden, bis nach Hannover und Braunschweig im Osten, bis nach OWL und ins Münsterland im Süden, bis in die Grafschaft und ins Emsland nach Westen und natürlich in Osnabrück selbst hat sich Stiehl/Over als Kreativagentur und Internetagentur einen Namen gemacht.

Was wir uns bewahren, ist die Fähigkeit, groß zu denken – auch für kleine Kunden mit großen Aufgaben oder große Kunden mit kleinen Budgets. Am liebsten für Marken und Mittelständler, für Verbände und Institutionen.

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Stiehl/Over gegr. 1989 Gesellschaft für Markenkommunikation GWA ist die Kreativagentur, die Marketing und Kommunikation versteht. Unabhängig und inhabergeführt bietet die Gesellschaft für Markenkommunikation aus Osnabrück ihren Kunden Chefberatung sowohl aus der Gründergeneration (Reinhard Stiehl, klassische Werbung) als auch aus der Next Generation (Daniel Over, Online-Marketing). Die Agentur steht in dem Ruf, neben klarer, puristischer Gestaltung einen ausgeprägten Sinn für außergewöhnliche Ideen und ausgezeichnete Texte zu haben. Das Leistungsspektrum der Full-Service-Agentur umfasst Klassische Werbung (Imagekampagnen, Kataloge, Broschüren, Produktanzeigen) , Online-Marketing (Corporate Websites, Redaktionssysteme, Webdesign, Microsites, SEO/SEM, iPhone Apps), Strategische Beratung (Marktanalysen, Vertriebsberatung, Positionierung, Kommunikationskonzepte), Branding (Corporate Identity, Corporate Design, Verpackungs-Gestaltung, Produkt-Design, Logo-Entwicklung) und Öffentlichkeitsarbeit. (PR-Konzepte, PR-Kampagnen, Kundenmagazine, Geschäftsberichte, Newsletter, Sponsoren-Konzepte). Stiehl/Over verfügt zudem über ein hochkarätiges Netzwerk in den Bereichen Design, Marketing, Research und TV-Production.