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Das Leben des Brian: vom Beach Boy zum beached boy.

| Reinhard Stiehl

2015 ist das Jahr des Brian Wilson, dem genialen Kopf der Beach Boys. Zuerst sein wunderbares Album „No Pier Pressure“ und jetzt der großartige Film „Love & Mercy“.

Wenn es abends vor einer Präsentation mal wieder spät wurde, wenn die Pizza gegessen und die Luft raus war, dann steckte Kurt-Georg, mein Art Director bei Springer & Jacoby, immer seine Lieblings-Cassette in den Recorder: „I get around“, „Surfin U.S.A.“, „Fun, Fun, Fun“ … und die Nachtschicht konnte beginnen.

Beach Boys

Die Beach Boys in den frühen 60er Jahren (v.l.n.r.:) Carl Wilson, Dennis Wilson, Mike Love, Alan Jardin und Brian Wilson.

Noch jedes Mal, wenn ich danach die Beach Boys hörte, musste ich an die langen Nächte in der Gerhofstraße denken. Genau wie jetzt, wenn ich „No Pier Pressure“, das Spätwerk von Brian Wilson morgens zum Frühsport auswähle und gut gelaunt in den Tag gehe.

Life goes on and on like your favorite song …

Die erste Zeile des ersten Titels – und der lautet bezeichnenderweise „This beautiful day“. Ein wunderbarer Song! Fröhlich und traurig zugleich – so wie Brian Wilson.

Seit seinem Erscheinen im April 2015 höre ich „No Pier Pressure“ rauf und runter. Allerdings mit einer kleinen Einschränkung: Aus den ursprünglich 16 Songs der Deluxe-Version habe ich mir eine Spotify-Playlist mit meinen 12 Favoriten angelegt – denn 4 Titel auf dem Album sind einfach nur schlecht oder schlicht unerträglich. Dafür sind die anderen 12 umso besser! Typisch Brian Wilson.

Cover und Titel des neuen Albums bilden ein lustiges Wortspiel: gezeigt wird ein Pier am Strand von unten – gemeint ist der Gruppenzwang („peer pressure“). Man darf spekulieren, worauf Brian Wilson da genau anspielt, meint er den Gruppenzwang der Beach Boys?

No_Pier_Pressure_Cover

Für Brian Wilson war die Band Fluch und Segen zugleich. Genau wie seine Familie. Als er 1961 gemeinsam mit seinen beiden jüngeren Brüder Denis und Carl sowie seinem Cousin Mike Love und seinem Kumpel Alan Jardin in Kalifornien die Beach Boys gründete, wurde sein Vater Murry ihr Manager. Murry war ein ehrgeiziger, aber mittelmäßiger Komponist und Musiker, der sich durch seine drei Söhne selbst verwirklichen wollte. (Die Jacksons lassen grüßen.)

Brian komponierte, arrangierte und produzierte die eingängigen Songs der Beach Boys aus vielstimmigen Vokal-Harmonien, denen er mit seinem Falsett eine ganz besondere Note verlieh. Er war der talentierteste der Wilson-Brüder – und das bevorzugte Opfer seines Vaters. Brians einseitige Taubheit ist auf die brutalen Schläge seines Vaters zurückzuführen. Zeitlebens hatte der Sohn ein geradezu kafkaeskes Vatertrauma. Zuerst mit dem leiblichen Vater und nach dessen Tod im Jahr 1973 mit dem Therapeuten und „Ersatzvater“ Dr. Eugene Landy. Beide manipulierten, ja missbrauchten ihren Ziehsohn emotional.

Davon handelt „Love & Mercy“, ein leichtfertig als Biopic bezeichneter Lebens- und Liebesfilm, der jetzt in den deutschen Kinos angelaufen ist.

„Love & Mercy“ lebt von seiner besonderen Erzähl- und Schnitttechnik, die ständig hin und her springt zwischen den psychodelischen 60er Jahren, als das legendäre Album „Pet Sounds“ entstand, und den abgewrackten 80er Jahren, als Brian Wilson nur noch ein Schatten seiner selbst war, bis er schließlich in der 90er Jahren von seiner heutigen Frau Melinda aus den Fängen des Psychopaten und Übervaters Dr. Landy „befreit“ wurde.

Der hatte in 20 Jahren die völlige Macht über Brian Wilson erlangt. (Allein drei Jahre verbrachte das Genie apathisch im Bett.) Als Wilson die horrenden Honorare seines Psychiaters nicht mehr bezahlen konnte, ließ Laundy sich von Wilson kurzerhand zum Co-Autor seiner Songs einsetzen, um die Tantiemen zu kassieren – ohne je eine Note komponiert oder eine Zeile geschrieben zu haben.

Beach Boys vs. Beatles

Nachdem die Beach Boys in den frühen 60er Jahren auf der fröhlichen und seichten Welle surften und mit ihren Songs die Hitparaden überschwemmten, entschloss sich Brian Wilson 1966, nicht mehr mit der Band der Band auf Tournee zu gehen, sondern im heimischen Studio an ganz neuen Songs zu arbeiten. (Da er unter höllischer Flugangst litt, ließ man ihn gewähren.)

„Pet Sounds“ wurde Wilsons Meisterwerk, seine amerikanische Antwort auf „Rubber Soul“ und „Revolver“, die besten Alben der britischen Beatles, die ihrerseits mit dem „Yeah, Yeah, Yeah“ der Beatlemania-Ära brachen und erstmals keine Ansammlung von Single-tauglichen Hits mehr waren, sondern Gesamtkunstwerke, Konzeptalben. „Pet Sounds“ gilt heute als das größte Pop-Album aller Zeiten gilt. Noch vor „Sgt. Pepper“ von den Beatles, das erst ein Jahr nach „Pet Sounds“ erschien.

Mit „Pet Sounds“ schuf Brian Wilson eine neue Form der Pop-Musik. Neben den Singles „Sloop John B.“ und dem grandiosen „God only knows“ (in Europa die A-Seite, in den USA die B-Seite von „Wouldn’t it be nice“) enthielt das Album eine Reihe vielschichtiger Songs, die Wilson aus Dutzenden Klangcollagen und Tonpassagen zusammenschnitt, die vorher bereits vollständig in seinem Kopf existierten. (Genau wie die Stimmen und Geräusche, die ebenfalls in seinem Kopf herumspukten und die ihn fast wahnsinnig machten. LSD-Trips taten ihr übriges.)

1967 bastelte der Band-Leader der Beach Boys bereits an „Smile“, dem noch konzeptioneller angelegten Nachfolger von „Pet Sounds“ – und scheiterte. „Smile“ blieb unveröffentlicht und ging als „größtes verlorenes Album“ in die Popgeschichte ein. Als die Beatles den Beach Boys im Juni 1967 mit „Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band“ zuvor kamen, stürzte Brian Wilson endgültig ab und zog „Smile“ zurück.

Eine verkürzte und veränderte Version erschien im September 1967 als „Smiley Smile“ – und floppte. Erst 2004 nahm Brian Wilson „Smile“ neu auf und veröffentlichte das Album unter seinem Namen. 2011 erschien eine Box mit den „Smile-Sessions“ der Beach Boys.

Das ursprünglich noch für „Pet Sounds“ komponierte, aber erst nach Erscheinen des Albums vervollständigte und veröffentlichte „Good Vibrations“ wurde 1967 Wilsons Opus Magnum und war gleichzeitig die erfolgreichste Single der Beach Boys.

Der Film „Love & Mercy“ zeigt diese Schaffensperiode Brian Wilsons als klassisches Scheitern zwischen Genialität und Wahnsinn.

Der Titel-Song zum Film gehört zu den schönsten späteren Kompositionen von Brian Wilson. Sinnigerweise beginnt er mit der Zeile „I was sittin‘ in a crummy movie …“

Die Single „Love & Mercy“ floppte im Jahr ihrer ersten Veröffentlichung (1988) und erlangte späten Ruhm als Hymne für die Opfer des Hurricans Katrina (2005).

Heute wird Brian Wilson 73 Jahre alt, wirkt unsicher und verwirrt bei seinen öffentlichen Auftritten – wie zuletzt bei den Berliner Filmfestspielen, wo seine Frau Melinda und seine Tochter Daria, von der die Idee für Titel und Cover von „No Pier Pressure“ stammen, nicht von seiner Seite wichen.

Brian Wilson ist vom Leben gezeichnet. In „Whatever happened“, meinem persönlichen Favoriten auf „No Pier Pressure“ heißt es im Refrain:

What ever happened – To my favorite places – Nothing’s where it used to be – What ever happened – What’s gonna happen to me

Die Agentur aus der Hamburger Gerhofstraße gibt es schon lange nicht mehr, Kurt-Georg hat heute seine eigene in Berlin. Und ich freue mich auf eine neue Runde mit Brian Wilson um den See oder durch den Wald – ganz ohne Gruppenzwang.


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